Prominente Österreicherinnen fordern, Frauen aus Afghanistan zu holen

Politik

Antonia Rados, Adele Neuhauser, Birgit Lauda und Dutzende andere Frauen unterzeichneten einen offenen Brief von Amnesty International an das Außen- und Innenministerium.

„Wir dürfen gerade noch atmen“: Diese Aussage einer Afghanin fasst die Lage von Millionen Mädchen und Frauen in Afghanistan treffend zusammen. In den zwei Jahren seit ihrer neuerlichen Machtübernahme haben die radikal-islamischen Taliban ein Terrorregime errichtet, das dem weiblichen Teil der Bevölkerung jede Freiheit raubt.

In einem offenen Brief fordert Amnesty International (AI) Österreich nun Außenminister Alexander Schallenberg und Innenminister Gerhard Karner auf, legale Wege zu schaffen, Frauen, Mädchen und Kinder aus dem Land und in Österreich in Sicherheit zu bringen.

Unterzeichnet wurde der Brief, der am Donnerstag veröffentlicht wird, von 150 Frauen. Unter ihnen finden sich etliche Prominente wie die Journalistin Antonia Rados, Adele Neuhauser, Birgit Lauda, die Malerin Xenia Hausner, Ex-ORF-Programmdirektorin Kathrin Zechner sowie die afghanische Botschafterin in Wien, Manizha Bakhtari.

Der KURIER sprach mit der Geschäftsführerin von AI Österreich, Annemarie Schlack, über die Aktion.

KURIER: Wie kam es zu dem offenen Brief – und wer gab den Anstoß?

Annemarie Schlack: AI ist seit Jahrzehnten in Afghanistan aktiv, wir recherchieren laufend die Menschenrechtslage. Dadurch sind wir im November mit Antonia Rados zusammengekommen. Als es kurz danach in Afghanistan wieder einmal einen Anschlag gab, bei dem Frauen getötet wurden, haben wir gemeinsam gesagt, es reicht, es muss etwas getan werden.

Wir als Österreicherinnen, die eine Stimme haben, wollen für Frauen einstehen, die das nicht tun können.

Elisabeth Mandl

Wie ging es weiter?

Wir sind auf Frauen zugegangen, von denen wir dachten, es wäre gut, wenn sie dabei wären – und die haben dann andere angesprochen. Aus den ursprünglich 20, 30 Frauen, die wir im Kopf hatten, sind 150 geworden. Eigentlich war die Deadline schon letzte Woche, doch noch immer wollten Frauen mitmachen.

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Wir sind mit unseren Forderungen auch an das Außen- und das Innenministerium herangetreten und hatten einem Termin bei einem Vertreter des Innenministeriums. Wir sind weiter im Gespräch und werden nicht lockerlassen.

Für viele Afghaninnen ist es unmöglich, an einen Pass zu kommen, Frauen dürfen nicht allein reisen. Wie könnte eine Aufnahme nach Österreich bewerkstelligt werden?

Wir haben dank unserer Arbeit im Land eine Liste von geprüften Leuten, Frauen und Menschenrechtsverteidigern, das trifft auch auf andere Zivilorganisationen oder Initiativen in Österreich zu.

Dass es kompliziert ist, Menschen herauszuholen ist klar. Doch das ist noch lange kein Grund, es nicht anzugehen. Man könnte geflüchteten Frauen und Männern auch anders helfen, etwa in den Nachbarländern Afghanistans. Deutschland hat zum Beispiel Stipendien vergeben für afghanischen Frauen im Ausland, damit sie ihr Studium fortsetzen können.

Politiker forderten bis jetzt eher Abschiebungen nach Afghanistan.

Ich bin es leid, das zu kommentieren. Alle Politiker wissen sehr genau, dass Abschiebungen nach Afghanistan rechtlich und faktisch unmöglich sind. Da wird politisches Kleingeld gewaschen auf Kosten einer unterdrückten Bevölkerung und von Menschen, mit denen sich viele Österreicherinnen und Österreicher verbunden fühlen.

Die Schicksale der Frauen und Mädchen gehen den Menschen hier sehr nahe, das hören wir immer wieder.

Wie sieht die Arbeit von Amnesty International in und für Afghanistan aus?

Wir haben ein Team von Menschenrechtsforscherinnen, Researcherinnen genannt, die regelmäßig nach Afghanistan …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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