
Heute werden die Salzburger Festspiele mit einem Festakt in der Felsenreitschule von Bundespräsident Alexander Van der Bellen eröffnet. Die Festrede hält die belarussische Bürgerrechtlerin Maria Kolesnikowa.
Die 44-jährige Flötistin, Dirigentin und Kulturmanagerin saß wegen ihres Engagements gegen das Regime von Diktator Alexander Lukaschenko fünf Jahre lang in ihrer Heimat im Gefängnis.
„Wir machen es uns mit unseren Luxusproblemen bequem“
Die Begrüßung nahm Landeshauptfrau Karoline Edtstadler vor – und zitierte aus „Die Welt von gestern“ von Stefan Zweig. Die Menschen damals hätten gedacht, ihre Freiheit sei unverrückbar – und stellten dann, nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, das Gegenteil fest. Edtstadler sieht Parallelen zur aktuellen Situation – etwa in Hinblick auf den Angriffskrieg Russlands in der Ukraine, nicht weit von Österreich entfernt.
„Sind Freiheit, Demokratie, Menschensrechte und Rechtsstaatlichkeit so selbstverständlich wie die Sterne am Himmel?“, sagte sie auch in Bezug auf den Angriff gestern beim Christopher Street Day in Berlin. „Wir wissen, dass Freiheit und Frieden nicht unverrückbar sind, wir bekommen es jeden Tag vor Augen geführt.“
Es sei nur unbequem, sich damit zu beschäftigen, „deshalb haben wir es uns gemütlich gemacht unseren Luxusproblemen“. Etwa, indem man sich in Empörung übe und Debatten über wirkliche und angebliche Ungeheuerlichkeiten von Politik und Gesellschaft anfeuere.
Ihr Appell: „Wir sind ganz im Sinne Stefan Zweigs aufgefordert, den Zustand unserer eigenen Welt zu reflektieren.“ Das sei eine Chance, aber auch ein Auftrag und eine Verantwortung.
170 Aufführungen
Am Abend geht im Großen Festspielhaus mit Georges Bizets „Carmen“ dann auch die erste szenische Opernproduktion in diesem Sommer über die Bühne.
Bis einschließlich 30. August stehen über 170 Aufführungen in 45 Tagen an 19 Spielstätten sowie 37 Vorstellungen im Jugendprogramm „jung & jede*r“ auf dem Programm.
Die Salzburger Festspiele starteten bereits am 17. Juli mit der Ouverture spirituelle in die heurige Saison. Am 18. Juli wurde die erste Schauspielpremiere mit dem „Jedermann“ in der wiederaufgenommenen Inszenierung von Robert Carsen mit Philipp Hochmair in der Titelrolle und Roxane Duran als neuer Buhlschaft gefeiert.
Source:: Kurier.at – Politik



