Polizei beim Einlass und Drohnen: Festspiele mit verschärftem Sicherheitskonzept

Politik

Es war ein gespenstischer Anblick, der sich den Gästen der Salzburger Festspiele bei der Eröffnung im Vorjahr bot: Schwarz gekleidete Gestalten huschten durch die Arkaden der Felsenreitschule. Zwei weitere stürmten auf die Bühne, als SPÖ-Vizekanzler Andreas Babler gerade seine Rede hielt. 

„Blut an euren Händen“, riefen die Pro-Palästina-Aktivisten auf der Bühne, während auf den Transparenten, die oben entrollt wurden, „Stoppt den Völkermord“ zu lesen war. 

Damit es am Sonntag nicht wieder zu solchen Szenen kommt, wurden die Sicherheitskonzepte auf neue Beine gestellt. Die Polizei hat die Festspiel-Organisatoren dabei unterstützt, sagt der Salzburger Landespolizeidirektor Bernhard Rausch im KURIER-Gespräch. „Wir haben den Vorfall 2025 analysiert und Handlungsanleitungen entwickelt.“

Wichtig sei, die Zuständigkeiten klar abzugrenzen: Für die Zutrittskontrollen und die Durchsetzung des Hausrechts seien die Festspiele selbst zuständig, sagt Rausch. Polizeibeamte würden „in Sichtweite“ bereitstehen, sollte es zu Problemen kommen – in Uniform und in Zivil. „Nur weil man die Polizei nicht sieht, heißt es nicht, dass sie nicht da ist.“

„Abstrakt hohe Gefährdungslage“

Die Gefährdungslage sei aufgrund der geopolitischen Lage „abstrakt hoch“, sagt Rausch, konkrete Hinweise auf eine unmittelbare Gefährdung in Bezug auf die Festspiele lägen nicht vor. 

Mit welcher Personalstärke die Polizei auftritt, wird vorab nicht kommuniziert, es seien jedenfalls „ausreichend viele“. Im Einsatz stehen auch Spezialkräfte der Cobra und Beamte des Landesamts für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung. 

Viele der Promi-Gäste aus Kultur, Politik und Wirtschaft haben ihren eigenen Personenschutz dabei – das war auch im Vorjahr so. Im Publikum saß etwa Bundespräsident Alexander Van der Bellen.

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Neues Drohnenabwehrsystem

Die Polizei setzt heuer neben einer Drohne, die Bilder aus der Luft liefern soll, erstmals ein Abwehrsystem ein. Dieses kann illegale Drohnen identifizieren und zur Landung zwingen. Das System war kürzlich beim Electric Love Festival in Salzburg im Einsatz, acht private Drohnen wurden damit entdeckt und zur Anzeige gebracht. 

Das Drohnenabwehrsystem sei bei Großveranstaltungen generell sinnvoll und werde zum Standard werden, sagt der Salzburger Landespolizeidirektor. „Der Umgang erfordert eine hohe Fachexpertise. Je öfter man damit üben kann, desto besser.“ Der nächste Einsatz sei beim UEFA Super Cup im August geplant. 

„Salzburger Festspeiben“

Die sechs Aktivisten hatten im Vorjahr gefälschte Mitarbeiterausweise, auf denen „Salzburger Festspeiben“ stand. Einer davon, David Sonnenbaum, wurde im Mai wegen Urkundenfälschung und auch wegen anderen Aktionen bei der „Letzten Generation“ zu einer Geldstrafe von 880 Euro verurteilt. „Ich trage die Konsequenzen, weil ich unser Anliegen für wichtig halte“, sagt er zum KURIER. 

Die Ausweise hätten die Aktivisten übrigens gar nicht gebraucht – es habe niemand drauf geschaut, erzählten die Aktivisten später. Hineingekommen waren sie dank einer Ex-Mitarbeiterin, die ihnen einen Seiteneingang öffnete und sie durch die verwinkelten Gänge der Felsenreitschule führte. 

Sollte heuer auch wieder eine Aktion geplant sein, würde Sonnenbaum das im Vorfeld wohl kaum verraten – auf Nachfrage sagt er nur: „Das war eine einzigartige Aktion und ist nicht zu toppen.“ 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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