Trump zu Iran-Gesprächen: „Verhandeln nur halbherzig“

Politik

Obwohl der Iran neue Bedingungen für eine Wiedereröffnung der Straße von Hormus stellt, gibt sich US-Präsident Donald Trump demonstrativ gelassen. „Wir geben dem nicht viel Aufmerksamkeit“, sagte er am Sonntag dem Nachrichtenportal Axios. „Wir verhandeln nur halbherzig mit ihnen.“ Er verwies auf wirtschaftliche Probleme des Irans und eine enorme Inflation – und ergänzte: „Es wird sich regeln. Es regelt sich immer. Es ist wie eine Schachpartie.“

Axios zitierte zudem US-Beamte mit der Aussage, dass Trump vorerst auf Deeskalation setze. Vorige Woche hatte er die nach seinen Angaben bisher heftigste Welle von Angriffen auf den Iran abgesagt.

Der Iran hatte am Samstag Hoffnungen auf eine schnelle Wiedereröffnung der Meerenge für den Schiffsverkehr gedämpft. Die Führung in Teheran forderte von den USA erhebliche Vorleistungen vor einer Freigabe der für den internationalen Öl- und Gashandel wichtigen Straße von Hormus. Der Nationale Sicherheitsrat knüpfte den Schritt an zahlreiche Bedingungen – darunter die Aufhebung der US-Seeblockade, den Abzug der US-Streitkräfte aus der Region, die vollständige Aufhebung aller Sanktionen gegen den Iran und eine bedingungslose Freigabe aller eingefrorenen iranischen Vermögenswerte.

Experte: Wirtschaftlicher Druck allein dürfte nicht reichen

Zwar hatten sowohl der Iran als auch die USA zuletzt von einer absehbaren Einigung zur Wiederaufnahme des freien Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus gesprochen. Allerdings gab es seit Kriegsbeginn schon etliche Kehrtwenden und die Gemengelage ist äußerst komplex.

Der Iran verhandelt nach eigenen Angaben direkt mit dem anderen – auf der gegenüberliegenden Seite der Meerenge liegenden – Anrainerstaat Oman darüber, wie Schiffspassagen durch die blockierte Straße von Hormus geregelt werden sollen. Beide Staaten hatten erklärt, eine Einigung sei nahe. US-Präsident Trump hatte in der Vergangenheit gesagt, seine Regierung sei an den Verhandlungen beteiligt, was der Iran bestritt.

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Der israelische Iran-Experte Danny Citrinowicz erklärte auf X mit Blick auf den „Axios“-Bericht, dass die wirtschaftliche Lage des Irans zwar zweifellos nicht gut sei. Es sei jedoch unwahrscheinlich, dass wirtschaftlicher Druck allein das Land zu einer Kapitulation am Verhandlungstisch oder zu einem Abrücken von zentralen strategischen Interessen wie dem erklärten Anspruch auf Kontrolle der Straße von Hormus zwingen werde.

Behörde: Bedrohungslage in Meerenge ist ernst

Unterdessen berichtete die britische Behörde zur Sicherheit der Schifffahrt (UKMTO), die Bedrohungslage in der Meerenge bleibe durch die Angriffe der mächtigen iranischen Revolutionsgarden auf Handelsschiffe und weitere Schikanen ernst: „Diese Aktionen zeigen weiterhin die Absicht des Iran, seine Präsenz entlang wichtiger Transitrouten zu behaupten und den Druck auf die durchfahrenden Schiffe aufrechtzuerhalten.“ Der Handelsverkehr stagniere einstweilen auf einem „reduzierten Niveau“.

Vor dem Ende Februar von den USA und Israel begonnenen Krieg gegen den Iran verlief die Schifffahrt in der Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman weitestgehend ungestört. Rund ein Fünftel des weltweiten Ölbedarfs wurde durch die Straße von Hormus befördert, die auch für den Transport von Flüssiggas und Dünger von zentraler Bedeutung ist. Nach Kriegsbeginn brachte der Iran mit Drohungen und Angriffen auf Schiffe den Schiffsverkehr fast zum Erliegen. In der Folge stiegen die Weltmarktpreise für Öl und Gas sprunghaft an.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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