G3-Shoppingcenter-Chefin: „Der Kunde möchte nicht nur shoppen“

Wirtschaft

Der stationäre Handel steht unter Druck: Konsumzurückhaltung und Onlinehandel verändern die Branche. Dennoch sieht Funda Caglar, Managerin des G3 Einkaufszentrums in Gerasdorf, ihr Center auf Wachstumskurs.

KURIER: Der Handel ist im Wandel – wie läuft das Geschäft im G3 aktuell?

Funda Caglar: Das Geschäft ist sehr positiv. Wir hatten letztes Jahr im G3 eine positive Entwicklung in Bezug auf Kundenfrequenzen und Umsätze. Und auch dieses Jahr dürfen wir diesen Erfolg weiterführen.

Erkennen Sie eine Konsumzurückhaltung?

Wir erkennen eine Zurückhaltung aufgrund der wirtschaftlichen Unsicherheit. Der Kunde überlegt zweimal, wofür er Geld ausgibt und sieht sich das Preis-Leistungs-Verhältnis genau an.  Auf der Händlerseite wiederum sehen wir eine Expansionsbremse aufgrund von hohen Mieten, Betriebs- und Personalkosten.

In welchen Bereichen sind die Kunden bereit, wieder mehr auszugeben?

Branchen, die gewinnen, sind  Gastronomie und Entertainment. Der Kunde möchte neben dem Einkaufen auch verweilen. Auch Lebensmittel, Drogerien und Gesundheit sind stabil im stationären Handel. In diesen Branchen benötigt man Beratung und möchte riechen, testen, sehen. Positiv entwickeln sich auch Konzepte, die Kunden ein Einkaufserlebnis bieten.

Wann ist die Frequenz im G3 am größten?

Der Handel hat zwei Peaks im Jahr. Ostern und Weihnachten, wo man teilweise doppelt so hohe Umsätze macht wie sonst. Das G3 ist eine klassische Shopping-Destination. Das bedeutet, man kommt nicht zufälligerweise hin, sondern nimmt sich vor, seine Zeit dort zu verbringen und einzukaufen. Außerdem haben die meisten Kunden am Wochenende mehr Zeit als unter der Woche. Das heißt, der Samstag ist doppelt so stark frequentiert wie andere Tage.

  Kostendruck: Jeder vierte Industriebetrieb will ins Ausland verlagern

Der Sommer hat hohe Temperaturen gebracht, Shoppingcenter können als Kühlinseln fungieren. Wenn man den Online-Rezensionen glaubt, ist es manchen Leuten dort aber nicht kühl genug. Woran liegt das? Wäre das nicht ein Asset?

Genau deshalb sind die Einkaufszentren gekühlt. Deshalb wird auch das G3 stärker besucht, wenn es draußen 40 Grad hat. Aber es ist im Winter dem einen Kunden zu warm, dem anderen zu kalt und so ist es auch im Sommer. Wir haben vertraglich festgelegt, dass wir im G3 bestimmte Temperaturen anbieten. Tatsächlich kommen immer mehr Kunden ins G3, weil sie andere Dienstleistungen neben dem Shoppen in Anspruch nehmen wollen. Da ist ein Anstieg zu sehen wegen der Hitze im Freien.

Wie verändert der Onlinehandel Einkaufszentren?

Da hat sich ja viel getan. Wir kommen ja eigentlich von einer Zeit, wo es den stationären Handel gab und den Versandkatalog. Der Online-Handel hat den Versandkatalog ersetzt durch eine bessere Technologie. In den letzten Jahren haben wir gesehen, dass online und offline zusammen, also Omnichannel, wichtiger wird.

Was kann der stationäre Handel besser?

Der Online-Handel bedient ganz andere Bedürfnisse als der stationäre Handel. Da informiert man sich gerne und vergleicht. Beim stationären Handel zählen persönliche Beratung, Einkaufserlebnis und soziale Begegnung. Das ist der Mehrwert, den wir Kunden im stationären Handel anbieten können.

Wie wichtig sind hippe Marken wie zum Beispiel die Drogeriekette Normal, die kürzlich eröffnet hat?

Es ist wichtig, beim Markteintritt von Marken mit am Tisch zu sitzen. Das können wir, weil wir als ECE, die das G3 betreibt, über 60 Jahre Expertise in Shoppingcentern haben und international aufgestellt sind. Das heißt, wir haben den direkten Zugang und ein Netzwerk …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.