Trumps langer Arm reicht weit – vielleicht zu seinem Nachteil

Politik

Seit mehr als sechzig Jahren hat der konservative US-Bundesstaat Texas keinen Demokraten mehr in den Senat nach Washington geschickt. Genau das aber könnte sich heuer nach den Zwischenwahlen im November ändern, falls der junge demokratische Kandidat James Talarico seinen republikanischen Kontrahenten besiegen sollte:

Denn Ken Paxton (63), ein glühender Anhänger von Donald Trump, gilt sogar in den Reihen seiner eigenen Republikaner als äußerst problematisch.

Dass sich der umstrittene Generalstaatsanwalt von Texas im Vorwahlkampf der Republikaner überhaupt durchsetzen konnte, hat vor allem mit Trump zu tun. Der unterstützte Paxton massiv – und die getreue MAGA-Basis der Trump-Wähler folgte seiner Empfehlung. Der bisherige konservative Senator aus Texas, moderater und viel ausgewogener, hatte das Nachsehen.

Der gemäßigtere republikanische Parteiflügel wälzt seither Sorgen: Sie müssen viele Millionen Dollar mehr in die Hand nehmen. Denn Paxton ist in eine Reihe von Skandalen und Gerichtsverfahren verstrickt – Geld, das nun an Anwälte fließen wird, während es eigentlich für den Wahlkampf gegen die Demokraten gedacht war. Paxton war des Wertpapierbetrugs und des Amtsmissbrauchs angeklagt.

Gegen Demokraten, einige Konzerne und gemeinnützige Organisationen hat er wahre juristische Kriege angezettelt – die MAGA-Basis dankte es dem Streitbaren mit derselben Hingabe, mit der Ken Paxton Donald Trump stets lautstark die Treue hielt.

Abwahl der „Illoyalen“

Paxtons Sieg ist der jüngste in einer Reihe von Wahlerfolgen für Trump, dessen Unterstützung sich in den diesjährigen Vorwahlen der Republikaner als entscheidend erwiesen hat. Er drängte darauf, republikanische Amtsinhaber, die er als illoyal ansah, abzuwählen – darunter den Abgeordneten Thomas Massie aus Kentucky und Senator Bill Cassidy aus Louisiana. Beide verloren ihre Vorwahlen.

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Trump hat den Republikanern damit erneut gezeigt, wer in der Partei das Sagen hat. Bei den Wahlen im November aber, wenn der Kongress in Washington neu gewählt wird, könnte der Schuss nach hinten losgehen. Schon dreimal gingen in den vergangenen Jahren Senatssitze für die Grand Old Party verloren, weil sich Trump für loyale, aber umstrittene Kandidaten stark gemacht hatte.

Die Demokraten in Texas jedenfalls frohlocken: Sie schätzen MAGA-Kandidaten Paxton für viele Republikaner für so unwählbar ein, dass sie bereits an einem möglichen Sieg zu denken wagen.

Dann könnte eine Lawine ins Rollen kommen: Gewinnen die Demokraten bei den Midterms drei Senatssitze dazu, hätten sie auch in der zweiten Parlamentskammer die Mehrheit. Dass sie diese im Repräsentantenhaus holen werden, gilt ohnehin als höchstwahrscheinlich. Ohne Mehrheit im Kongress aber wären Donald Trump weitestgehend die Hände gebunden. Gefesselt hätte er sich dann selbst – mit seiner Unterstützung für loyale, aber radikale MAGA-Kandidaten.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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