Wer im Rennen um den Generalstabschef die besten Karten hat

Politik

Im Bundesheer ist demnächst der Top-Job schlechthin zu besetzen: Im September geht Generalstabschef Rudolf Striedinger in Pension. Und weil dem so ist, muss die Armee ihren ranghöchsten Soldaten neu besetzen. 

Die Bewerbungsfrist für den Spitzenjob ist bereits abgelaufen, bis 23. April sind sechs Bewerbungen in der zuständigen Kanzlei gelandet.

Derzeit prüft eine Kommission der Personalabteilung, ob bei den sechs Anwärtern die formalen Voraussetzungen erfüllt sind. Das kann eine gute Woche dauern. Warum so lange? Der Generalstabschef hat ein vergleichsweise umfassendes Anforderungsprofil. Im Unterschied zu anderen Funktionen muss er nicht nur diverse Ausbildungen und die Absolvierung des gleichnamigen Lehrganges vorweisen. Er muss zudem einschlägige Führungserfahrung bei Auslandseinsätzen nachweisen. 

Ob die Anwärter alle Kriterien tatsächlich erfüllen, wird geprüft, erst danach nimmt die Bewertungskommission die eigentliche Arbeit auf. Sie diskutiert zunächst intern und führt Hearings mit den sechs Anwärtern durch. Am Ende bekommt jeder Bewerber das Label „höchst geeignet“, „geeignet“ oder „nicht geeignet“. An diesem Punkt wandert die Bewerberliste dann zu Verteidigungsministerin Klaudia Tanner, die in ihrer Entscheidung weitgehend frei ist – sie könnte theoretisch auch einen „nicht geeigneten“ Kandidaten bestellen. Wie dem KURIER versichert wird, ist das freilich nur eine theoretische Variante. „Nicht geeignet“ sei ein Ausschlusskriterium, heißt es in Tanners Umfeld. Und die Ministerin will sich zudem jeden der sechs Kandidaten persönlich anschauen.

Derzeit sieht es danach aus, als würde die Entscheidung ein Rennen zwischen zwei Kandidaten: 

Der eine heißt Bruno Günter Hofbauer. Der gebürtige Steirer ist oberster Planer im Bundesheer und damit Letztverantwortlicher für Projekte wie den „Aufbauplan 2032plus“. Seit Ende 2023 ist der Generalleutnant stellvertretender Generalstabschef, der scheidende Generalstabsboss Striedinger streut Hofbauer öffentlich Blumen und bezeichnet es als „Ehre“, einen „so fähigen Kameraden“ an seiner Seite zu wissen. Im Unterschied zu anderen Spitzen-Offizieren ist Hofbauer öffentlich sehr präsent. Er kommentierte die Live-Übertragung des Nationalfeiertages und ordnete im TV-Studio am Beginn des Ukraine-Krieges die Geschehnisse ein.

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Der zweite, dem ausnehmend gute Chancen eingeräumt werden, ist jener Offizier, der de facto alle wichtigen Beschaffungen der Armee verantwortet: Rüstungsdirektor Harald Vodosek. Der Generalleutnant weiß einige einflussreiche Fürsprecher hinter sich und hat mehrere Studienabschlüsse (darunter den der Politikwissenschaften). 

Wann wird entschieden? 

In der Armee geht man davon aus, dass dies im Juli oder August der Fall sein wird. Theoretisch kann sich Ressortchefin Tanner ein paar Wochen Zeit lassen: Amtsinhaber Rudolf Striedinger dient noch bis 30. September.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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