Carina Wenninger: „Es lohnt sich, zur Austria zu gehen“

Sport

Die Wiener Austria ist in der Frauen Bundesliga heuer immer noch ungeschlagen. Auch nach dem Unentschieden im Spitzenspiel gegen den SKN St. Pölten zum Auftakt der Meistergruppe bleiben sechs Punkte Vorsprung vor den Serienmeisterinnen. 

Austria-Kapitänin Carina Wenninger ortet eine einmalige Chance am Verteilerkreis.

KURIER: Was macht die Austria heuer so stark?

Wenninger: Wir sind eine gute Mischung aus erfahrenen (Nationalteam-)Spielerinnen und jungen, aufstrebenden Spielerinnen. Und auch das Team rund um das Team: Die meisten arbeiten seit Jahren zusammen. Die Abläufe und Arbeitsweisen sind konstant. Auch wenn ich an den Trainer oder das Trainerteam denke: Die Spielidee ist bekannt, da ist nicht ständig ein Wechsel. Aber auch im Physio- oder im medizinischen Bereich, wo auch über sensible Themen gesprochen wird, ist ein Vertrauensverhältnis da. Auch das ist ein Baustein – neben dem Sportlichen.

Welche Entwicklungen haben dazu geführt, dass die Austria zu Serienmeister SKN aufgeschlossen hat?

Man hat sukzessive Spielerinnen mit Qualität dazugewinnen können. Etwa Virginia Kirchberger, Katharina Schiechtl, Elisa Pfattner und Dominika Skorvankova, um nur ein paar zu nennen. Es ist aber auch wichtig, dass man nicht nur sportlich eine gute Mannschaft ist. Wir wollen auch zeigen, dass es einfach cool ist, Fußballerin bei Austria Wien zu sein. Sichtbarkeit und Vorbilder zu schaffen, dass man alle Spiele im Stadion spielt, eine tolle Infrastruktur hat und kurze Wege: ein Gym, ein eigener Raum zum Aktivieren usw. Wir haben steigende Zuschauerzahlen. Da spielt vieles zusammen, womit wir jungen Mädchen zeigen: Es lohnt sich, zur Austria zu gehen!

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Apropos kurze Wege: Sie haben selbst eine Doppelrolle bei der Austria als Spielerin am Platz und in der strategischen Entwicklung des Frauenfußballs. Wie sieht Ihr Alltag aus?

Ich bin viel in der Generali Arena. In erster Linie bin ich Spielerin und habe fixe Trainingszeiten. Und rundherum bastle ich meinen Alltag, also meine Rolle im Büro im ersten Stock. Dort verbringe ich meistens Montag und Dienstag mehr Zeit als gegen Ende der Woche. Wenn ich auf dem Platz stehe, bin ich rein Spielerin. Ich lasse die Themen, die mich beschäftigen, im Büro. Dann bin ich Kapitänin und habe den Kopf frei für das, was er auf dem Spielfeld passiert.

Die Austria erlebt – zumindest in den Büros – eine turbulente Zeit. Wie schafft man es, diese vom Spielfeld fernzuhalten?

Man hat einfach Leute, mit denen man Dinge bespricht, die einen beschäftigen. Es tut gut, wenn man das loswird und das Büro ist dafür die richtige Stelle – und nicht die Mannschaft. Ich mache es sicher nicht perfekt, aber ich bin ehrlich, wenn mich jemand fragt. Manche Spielerinnen kennen sich besser aus und verfolgen die Medien ja auch. Und: Der Stimmung im Verein tut es umgekehrt gut, über sportliche Erfolge berichten zu können, wenn wir uns darauf konzentrieren.

Die Austria hat theoretisch die Möglichkeit, das Double zu holen. Ist das schon offizielles Ziel des Teams?

Jetzt zu behaupten, am Ende Zweiter zu sein wäre in Ordnung, ist Blödsinn! Ich bin kein Fan davon, tief zu stapeln. Ich glaube, es wird brutal schwer, wir haben uns auswärts in Salzburg und Graz sehr schwer getan. Aber wir stehen zum dritten …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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