
Salzburg ist im August an internationales Publikum und große Inszenierungen gewöhnt. Am Mittwoch wechselte lediglich das Fach. Auf dem Residenzplatz standen die Trophäen der Champions League, der Europa League und des Supercups für Erinnerungsfotos bereit. Wer sich neben ihnen verewigen wollte, nahm mehr als eine halbe Stunde Wartezeit in Kauf. Wenige Kilometer weiter wurde in Wals-Siezenheim darum gespielt, wer eine dieser silbernen Requisiten tatsächlich mit nach Hause nehmen durfte.
Der Schlussapplaus gehörte an diesem Abend Paris Saint-Germain. Mit einem etwas glücklichen 2:1 gegen Aston Villa verteidigte der Champions-League-Sieger vor 27.681 Zuschauern den UEFA-Supercup. Zweimal hintereinander war das zuvor nur dem AC Milan 1989 und 1990 sowie Real Madrid 2016 und 2017 gelungen.
Der Supercup folgt ohnehin einer klaren Hierarchie: In 13 der vergangenen 14 Auflagen setzte sich der Gewinner der Champions League gegen jenen der Europa League durch.
Kaum geprobt
Diese Statistik war dem Spiel zunächst nicht anzusehen. Zunächst gab Aston Villa den Ton an. PSG hingegen fehlte nach der knappen Vorbereitung noch die gewohnte Abstimmung. Sieben Spieler waren nach ihren WM-Einsätzen erst am Montag ins Training zurückgekehrt, vier von ihnen blieben zunächst auf der Bank. Achraf Hakimi, Désiré Doué und Warren Zaïre-Emery standen nach nur zwei Einheiten bereits in der Startelf.
Wo das Zusammenspiel noch stockte, musste vorerst die individuelle Klasse aushelfen. Khvicha Kvaratskhelia bereitete zunächst eine Möglichkeit für Doué vor, wenig später vollendete er selbst. Einen misslungenen Klärungsversuch der Engländer bestrafte der Georgier in der 20. Minute mit einem wuchtigen Schuss zur Führung.
Danach gehörte die Partie Brian Madjo. Der 17-Jährige köpfelte vorbei, schoss daneben und traf die Stange. Vier Möglichkeiten ließ er aus, ehe er ausgerechnet die schwierigste verwertete. Eine Flanke von John McGinn nahm Madjo kurz vor der Pause direkt mit links. Damit wurde er zum jüngsten Torschützen in der Geschichte des Supercups.
Villa nahm den Schwung mit in die zweite Hälfte, das nächste Tor erzielte dennoch PSG. Der zur Pause eingewechselte Ousmane Dembélé spielte auf Doué, der sich den Ball in aller Ruhe auf den linken Fuß legte und einschoss. Zunächst rettete die Fahne des Linienrichters die Engländer, nach Ansicht der Videobilder aber nicht mehr: Die vermeintliche Abseitsstellung war keine, das 2:1 zählte.
Das Dutzend voll
Die Mannschaft von Unai Emery drängte bis zuletzt. Paris verteidigte keineswegs unerschütterlich, Aston Villa griff aber auch nicht mit letzter Konsequenz an. In der 95. Minute köpfelte Emiliano Buendía die letzte Möglichkeit neben das Tor. So verlor Emery auch seinen vierten europäischen Supercup. Gekränkt gab er sich nicht. Seine ersatzgeschwächte Mannschaft habe einem „großartigen Gegner“ alles abverlangt; darauf könne er stolz sein
Luis Enrique wiederum machte keinen Versuch, die Leistung seiner Mannschaft größer zu reden. PSG sei von seiner Bestform noch „weit“ entfernt gewesen. Gerade darin erkannte der Trainer jedoch die Qualität seiner Spieler: Sie hätten gezeigt, „aus welchem Holz sie geschnitzt sind“. Aus der unvollkommenen Vorstellung zog er einen vollkommenen Ertrag. Seit seinem Amtsantritt vor drei Jahren war es bereits der zwölfte Titel.
Die 58 Zentimeter hohe und 12,2 Kilogramm schwere Trophäe verließ Salzburg im Pariser Gepäck. Das Gastspiel bei den etwas anderen Festspielen endete für PSG erfolgreich. Und …read more
Source:: Kurier.at – Sport



