OMV-Gasschatz: Warum Österreich leer ausgeht

Wirtschaft

Es ist das größte Gasprojekt in der EU. Mehr als 100 Milliarden Kubikmeter lagern in einem riesigen Feld 160 Kilometer vor der rumänischen Küste. Das Vorkommen wurde auch hierzulande als „Gasschatz im Schwarzen Meer“ gefeiert. Denn Neptun Deep gilt eigentlich auch als österreichisches Projekt.

Ab 2027 soll das erste Gas gefördert werden, pro Jahr rund 8 Milliarden Kubikmeter. Rumänien steigt zum größten Produzenten in Europa auf und wird zum Netto-Exporteur. Die jährliche Produktionsmenge entspricht, je nach Verbrauchsjahr, in etwa dem Gasbedarf von ganz Österreich.

Vertrag mit Uniper

In Insiderkreisen heißt es, OMV Petrom habe bereits einen 5-Jahres-Vertrag ab 2027 über 15 TWh mit dem deutschen Energiekonzern Uniper abgeschlossen. Petrom gab dazu bis dato keine Stellungnahme ab. Zur Erinnerung: Uniper war Partner der OMV beim milliardenteuren Russland-Desaster.

Ab Mitte 2027 wird Ungarn mehr Gas benötigen, dann laufen die Russland-Lieferungen sanktionsbedingt aus. Ungarn will das Russengas durch rumänisches Gas kompensieren. Sowie auch weiter in die Ukraine liefern, deren Gas-Infrastruktur durch den Krieg schwer beschädigt ist. OMV Petrom ist außerdem der wichtigste Gas-Lieferant von Moldau.

Das Neptun-Gas könnte physisch gar nicht nach Österreich geliefert werden. Denn die sogenannte BRUA-Pipeline von Bulgarien über Rumänien und Ungarn nach Österreich hat auf den letzten Kilometern in Ungarn einen Flaschenhals. Die Pipeline entstand mit starker finanzieller Unterstützung der EU, „schon 2013 ging es darum, die Abhängigkeit von russischem Gas zu reduzieren“ (Granig).

Ein zweiter, wesentlicher Gedanke es Projekts sei gewesen, Rumäniens riesige Offshore-Vorkommen im Schwarzen Meer nach Mittel- und Westeuropa zu bringen.

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Die EIB bezeichnete BRUA ausdrücklich als Instrument zur Diversifizierung der Versorgungswege und -quellen, das A stand ursprünglich für Austria, weiß Granig.

2017 aber stoppte Ungarn die Ausbaupläne zur österreichischen Grenze – zu aufwendig und zu teuer.

Im Frühjahr kam jetzt das vorläufige Aus bei einem Treffen von Spitzenbeamten aus Ungarn und Österreich. Mit dem Ergebnis, den letzten Teil nicht fertigzustellen. Weil das Projekt zu teuer und damit wirtschaftlich nicht sinnvoll sei. Und weil es weder für Ungarn noch für Österreich versorgungstechnisch relevant sei. Für Österreich sei es aber sehr wichtig, „dass wir uns rechtzeitig den Zugang zu einem Teil dieser neuen rumänischen Gasmengen sichern. Die derzeit sehr hohen Gaspreise belasten Haushalte ebenso wie Industrie und Wirtschaft“, fordert Granig.

Österreich müsse alles daran setzen, „möglichst große Mengen aus Rumänien für den heimischen Markt verfügbar zu machen“. Damit könnte Österreich von der erfolgreichen langfristigen Strategie der OMV profitieren. Granig sieht dies auch als einer der Aufgaben der Staatsholding ÖBAG, für deren Alleinvorstand er sich, mit etlichen anderen Kandidaten, beworben hat.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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