
Intersport Austria hat ein strenges „Fitnessprogramm“ hinter sich. Denn als Franz Koll vor knapp zwei Jahren die Geschäftsführung übernommen hat, stellte er das Unternehmen neu auf. Die Branche stand unter Druck, mancher Mitbewerber strauchelt bis heute. Intersport Austria aber wächst – erst kürzlich auf mehr als 500 Standorte in zwölf Ländern.
KURIER: Als Sie vor knapp zwei Jahren Intersport Austria übernommen haben, war vieles im Umbruch. Man saß nach einem Coronahoch immer noch auf vollen Lagern – auch Intersport vermutlich. In welchem Zustand war die Sportartikelbranche damals und wie sieht es jetzt aus?
Franz Koll: Die Konsolidierung der Branche geht seit einigen Jahren einher. Marktteilnehmer, internationale Player, sind gekommen und haben den Markt dann wieder verlassen. Es gab Insolvenzen, herbe Verluste. Das war das Umfeld, indem sich Intersport auch bewegt hat. Was in so einer Phase wichtig ist und war: Das richtige Geschäftsmodell zu haben für einen Markt, der sich verändert. Das hat in den vergangenen zwei Jahren viel Zeit in Anspruch genommen, dieses anzupassen.
Was haben Sie konkret gemacht?
Vereinfacht ausgedrückt war es, enger mit den Händlern zusammenzuarbeiten, zu bündeln und so Synergieeffekte zu bilden, die der Zentrale sowie den Händlern zugutekommen. Aber wir haben auch in der Zentrale verschlankt, Mitarbeiter abgebaut, Prozesse beschleunigt.
Das ist das Effizienzprogramm, das Sie bei Ihrem Einstieg angekündigt haben?
Genau, es war notwendig, dass wir einfach an Fitness zulegen. Aber es gab nicht nur viel Umstrukturierung, sondern sie ist auch von Erfolg gekrönt. Ich meine nicht nur Umsatz- und Marktanteilszuwachs, sondern Ergebniszuwachs. Wir wachsen in allen relevanten Warengruppen, teilweise überproportional.
Internationale Mitbewerber haben es auch in Österreich probiert – die norwegische Kette XXL etwa kam, um Marktführer zu werden, hat sich dann 2023 wieder aus Österreich zurückgezogen. Haben neue Player keine Chance?
Ausländische Marktteilnehmer probieren immer wieder, in den österreichischen Markt einzutreten. Nur man muss ihn schon kennen. Der Markt ist zweigeteilt – in den urbanen Bereich und den Tourismuspart, eher in Westösterreich. Das ist ein anderes Geschäft, da geht es um Touristen, um den Verleih und diese Sachen. Wir haben da einen großen Vorteil. Wir sind ein rein österreichisches Unternehmen, auch von der Eigentümer- und Händlerstruktur sowie im Management. Wir kennen den Markt in- und auswendig. Aber wenn man oberflächlich auf Österreich schaut, ist das sehr verlockend. Der Durchschnittswert, den eine Person für Sportartikel ausgibt, ist sehr hoch. Der liegt bei 260 Euro pro Jahr. In Deutschland liegt er bei rund 160 Euro. Da macht der Tourismus den Unterschied, aber wenn man das nicht weiß, wird es schwierig.
Wie steht es um die Fahrrad-Lager? Leeren sich die allmählich oder sind sie noch immer am Bersten?
Nicht bei uns, wir sind lagertechnisch sehr gut aufgestellt. Wir haben jetzt zwei Jahre in Folge Rekordjahre, was Bikes anbelangt bei uns. Wir sind in diesem Geschäftsjahr ebenfalls bei plus acht Prozent.
Rekordjahre gab es nicht nur bei Fahrrädern, sondern auch insgesamt bei Intersport Austria. Auch dieses Geschäftshalbjahr verzeichnet ein Plus von sieben Prozent. Auf was lässt sich das am meisten zurückführen?
Wir haben in allen Ländern ein Wachstum, das liegt mindestens bei sechs Prozent und geht rauf bis …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



