Zwei WM-Welten: Alles ist anders als 1978

Sport

Der verletzungsbedingte Ausfall von Schlüsselspieler Christoph Baumgartner dämpft die Vorfreude auf die WM. Ungeachtet dessen wird Österreichs Team, das am Feiertag Richtung L. A. abhebt, einer von allen Konflikten ferngehaltenen, penibel durchorganisierten Reiseequipe gleichen. Das war vor einer WM nicht immer so.

Fünf vor zwölf hatte es im Vorfeld der WM 78, die mit dem Höhepunkt Cordoba enden sollte, einen Prämienstreit gegeben. Worauf der damalige ÖFB-Präsident (und Bautenminister) Karl Sekanina drohte, statt (Tormann und Chefverhandler) Friedl Koncilia, Robert Sara, Willy Kreuz, Josef Hickersberger, Herbert Prohaska, Hans Krankl und Co. eine Junioren-Mannschaft nach Argentinien zu schicken.

Letztlich einigte man sich doch. Die Höhe der Prämien blieb geheim. So wie das 48 Jahre später zumindest in Österreich auch noch üblich ist. Ansonsten wurde mit Ausnahme des sportlichen Endzieles, wonach das Runde ins Eckige muss, so ziemlich alles anders im Fußball. Auch der Anspruch. Statt wie heute die Spieler durften im Übersee-Jet einst nur die Funktionäre mit mehr Beinfreiheit in der Privilegiertenklass’ düsen.

Statt Einzelzimmer, die Kapitän David Alaba und seine Freunde ab Donnerstag Abend im Fünf-Sterne-Camp an der Pazifik-Küste beziehen, waren selbst für die Arrivierten Mehrbettzimmer mit Dusche und WC am Gang üblich.

Statt aus fast 50 bestand der WM-Betreuerstab 1978 des ÖFB aus acht Personen.

Und statt 48 Nationen durften 1978 und 1982 nur 16 bzw. 24 an der WM teilnehmen.

Selbst Jugoslawien (aktuell mit Kroatien und Bosnien-Herzegowina vertreten) und nicht einmal die Sowjetunion hatten die Qualifikation für die WM 78 geschafft, obwohl letzterer damals nicht nur Russland, sondern u. a. auch die Ukraine und Georgien angehörten.

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Aggressor Russland, 2018 noch WM-Veranstalterland gewesen, fehlt wegen des Krieges wie schon 2024. Während das ehemals kremldiktierte Georgien die Teilnahme an der WM 2026 aus sportlichem Grund verpasste. Womit neben Sturm-Regisseur Otar Kiteishvili just Chwitscha Kwarazechlia die WM nur im TV erleben wird. Derselbe Stürmer, der soeben zum besten Spieler der UEFA-Champions-League gewählt wurde.

Der Georgier hat bei etlichen Paris-Spielen den Unterschied ausgemacht. So wie Christoph Baumgartner bei Leipzig und im ÖFB-Team.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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