Die Spritze war einmal, jetzt kommt die Abnehmpille.

Wirtschaft

Der Markt für Abnehmmedikamente wächst rasant. Die Schlankheitskur in Spritzenform hat Milliarden in die Kassen der Hersteller gespült. Die noch einmal einfacher zu handhabende Pille löst den nächsten Schub aus, momentan nur in den USA, wo die Zulassung der neuen Schlankheitspille schneller voranging, aber demnächst auch in Europa.

Laut Weltgesundheitsorganisation leiden bereits mehr als eine Milliarde Menschen weltweit an Adipositas, was die Patientengruppe kontinuierlich vergrößert. Der weltweite Markt für medizinische Abnehmmittel wird für dieses Jahr auf 30 bis 36 Milliarden US-Dollar geschätzt. Bis zum Beginn der 2030er-Jahre prognostizieren Analysten und Investmentbanken ein Wachstum auf ein Gesamtvolumen zwischen 100 und 150 Milliarden US-Dollar. Einige optimistische Prognosen (wie die von J.P. Morgan) reichen sogar bis zu 200 Milliarden US-Dollar.

Obwohl die Konkurrenz nicht schläft und Milliarden in eigene Entwicklungen steckt, teilen sich zwei Konzerne den Weltmarkt de facto unter sich auf: der US-Pharmariese Eli Lilly und der dänische Konzern Novo Nordisk, der mit seinen Abnehmspritzen seinerzeit zum wertvollsten europäischen Unternehmen wurde.

In den USA gibt es den Wirkstoff Semaglutid bereits in Tablettenform – und bald auch in Europa. Die Europäische Arzneimittelagentur hat die Schlankheitspille von Novo Nordisk bereits empfohlen. Nun muss noch die EU-Kommission zustimmen – bis Ende Juli soll es soweit sein. Geht alles gut, wäre die Schlankheitspille in der zweiten Jahreshälfte auch in Europa verfügbar.

Der Preis soll erst nach EU-Zulassung festgelegt werden und dürfte je nach Land variieren. In den USA kostet eine Monatsration derzeit umgerechnet 129 Euro.

Novo Nordisk setzt große Hoffnungen auf seine im Jänner in den USA eingeführte Wegovy-Pille. Auch die EU-Arzneimittel-Agentur hat die Zulassung der Abnehmpille bereits empfohlen. Damit dürfte sie als erste Tablette zur Behandlung von Fettleibigkeit in der EU zugelassen werden. Dem Aktienkurs hilft das aktuell nicht. Seit Jahresbeginn beträgt das Minus 14 Prozent. Novo Nordisk steht unter Druck – sowohl durch Konkurrenz als auch durch sinkende Preise.

  Millionenpleite eines bekannten Tankstellenbetreibers

Der größere US-Pharmakonzern Eli Lilly blickt sehr optimistisch auf das Geschäftsjahr 2026. Schub kommt von den Kassenschlagern wie dem Diabetes-Mittel Mounjaro (auch als Abnehmspritze) und dem Gewichtssenker Zepbound – und nun auch durch die Anfang April erfolgte Zulassung der neuen Abnehmpille Foundayo in den USA. Während die Aktie von Novo Nordisk seit einem Jahr 40 Prozent verloren hat, konnte Lilly 47 Prozent zulegen.

 

 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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