
Mehr als die Hälfte der österreichischen Haushalte wohnt zurzeit zur Miete. Aktuell liegt die Mietquote mit 53 Prozent auf dem höchsten Stand seit 20 Jahren, während die Eigentumsquote auf rund 47 Prozent gesunken ist. „Der Weg zum Eigentum ist angesichts der Immobilienpreise und Finanzierungskosten schwieriger geworden“, sagt Doris Wendler, Vorstandsdirektorin der Wiener Städtischen Versicherung in Bezug auf eine aktuelle Analyse des Instituts. Freilich hängt es vom Wohnort – städtischer Raum oder eher ländlich – ab, welche Wohnform letztlich überwiege und was sich die Menschen leisten können.
Im Burgenland ist die Eigentumsquote traditionell am höchsten (aktuell liegt sie bei 66,5 Prozent), weil hier die Kaufpreise österreichweit am niedrigsten sind und der Großteil der Bevölkerung in Einfamilienhäusern wohnt. Am anderen Ende der Skala liegt Wien mit nur 19,3 Prozent Eigentümern, der Großteil wohnt zur Miete. Gesunken ist die Eigentumsquote zuletzt auch in Kärnten, minimale Anstiege verzeichneten Tirol und Vorarlberg.
Zu geringes Angebot zur Miete
Diese Verschiebung zugunsten der Miete hat mit den Veränderungen am österreichischen Wohnungsmarkt zu tun. In Städten wie Wien ist die Nachfrage nach Mietwohnungen ungebrochen hoch. Das Angebot im Mietsegment gerät währenddessen immer stärker unter Druck. Die Suchanfragen steigen, frei werdende Wohnungen sind binnen kürzester Zeit wieder vergeben. Mit lediglich 2.570 neu errichteten freifinanzierten Mietwohnungen im Jahr 2026 wird der Wohnraumbedarf bei Weitem nicht gedeckt werden können, geht aus einem Marktbericht von EHL Wohnen hervor. Auch die rund 2.280 neu geschaffenen geförderten Mietwohnungen reichen nicht aus, um die Angebotslücke in Wien zu schließen.
Dies führt dazu, dass weniger Umzüge stattfinden: Wer nicht muss, gibt seine Mietwohnung nicht auf. Vermieter wiederum können aus mehreren Bewerbern wählen, wodurch sich die Chancen einkommensschwächerer Haushalte, auf dem privaten Mietmarkt eine Wohnung zu finden, weiter verschlechtern.
Eigentum: Interesse nimmt zu
Weil der Mietmarkt so ausgedünnt ist, wird nun wieder mehr gekauft. Bestandswohnungen werden in Wien ab 3.700 Euro pro Quadratmeter angeboten, Neubaueinheiten ab 5.900 Euro pro m². „Wir sehen, dass das Interesse an Neubau-Erstbezugswohnungen langsam zunimmt“, sagt Michael Molnar, Geschäftsführer von sReal Immobilien. Vor allem in Niederösterreich steigt die Zahl der tatsächlichen Transaktionen an. Besonders gefragt sind Einfamilienhäuser mit Kaufpreisen bis zu 400.000 Euro.
Attraktiv sind Regionen mit gut ausgebauter Infrastruktur wie Krems, Korneuburg, Hollabrunn, Wiener Neustadt, Bruck an der Leitha sowie die Regionen rund um Tulln und St. Pölten. Die Preisdynamik bei den Grundstücken hat sich vor allem in Vorarlberg eingebremst. Attraktive Baugründe zu finden, etwa im Rheintal, ist nun wieder möglich. In vielen Gemeinden werden Bauparzellen angeboten
Luxus hält seinen Wert
Der Markt für Luxus-Immobilien erweist sich als stabil. Das bestätigt auch Bernhard Reikersdorfer, Geschäftsführer Remax Austria: „Der Markt für Wohnimmobilien im Preissegment von über einer Million Euro folgt eigenen Regeln. Käufer in diesem Segment verfügen meist über eine hohe Eigenkapitalquote. Daher spielt auch das aktuelle Zinsniveau für diese Zielgruppe eine deutlich geringere Rolle als im klassischen Wohnimmobilienmarkt.“
Dennoch gibt es Unterschiede: Der Durchschnittspreis der Top-5-Prozent der Luxus-Einfamilienhäuser ging um 6,5 Prozent zurück, da Tirol massiv schwächelte. Beim Segment der Luxus-Wohnungen gab es hingegen eine minimale Steigerung von 0,5 Prozent, der Durchschnittspreis lag bei 986.075 Euro. Ganz oben wiederum wurde es günstiger: …read more
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



