Erste Group steigert Ergebnis dank Zukauf in Polen kräftig

Wirtschaft

Im Jänner des Jahres hat die Erste Group die Übernahme des 49-Prozent-Anteils der Santander in Polen abgeschlossen. Seither verläuft die Integration der neuen Tochter in den Konzern. „Der Aufwand war unfassbar“, sagt Konzernchef Peter Bosek bei der Präsentation der Halbjahreszahlen. 

So sei mit Santander vereinbart gewesen, das Rebranding innerhalb eines Wochenendes durchführen zu müssen. „Das war wirklich steil.“ Seit diesem Wochenende im April würden inzwischen 28 Prozent der Polen die Marke ungestützt erkennen (78 Prozent gestützt). „Wir wollen die Markensichtbarkeit noch weiter steigern“, so Bosek. Das betreffe auch die IT, die Umstellung auf das Erste-System „wird uns noch zwei Jahre beschäftigen“.

306.000 neue Kunden

Doch schon jetzt hat sich der Zukauf bezahlt gemacht. Seit Jahresanfang hätten 306.000 Privatkunden dazugewonnen werden können. Das Betriebsergebnis stieg ohne der Polen-Tochter im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 12,7 Prozent auf 3,34 Mrd. Euro, inklusive sind es 49,3 Prozent auf 4,42 Milliarden. Bosek kann sich daher vorstellen, den Anteil an der Polen-Tochter aufzustocken.

Mit dem Zukauf in Polen habe sich auch das Kreditportfolio der gesamten Bank stärker diversifiziert, sagte Risikochefin Alexandra Habeler-Drabek. Das polnische Portfolio sei sehr ausgewogen zwischen Firmen- und Privatkunden, bei den einzelnen Industrien gebe es keinen Überhang einer einzelnen Sparte oder Region.

Diese höhere Diversifikation sorge bei der Erste Group insgesamt für ein besseres Risikoprofil. Infolge von Einmaleffekten durch die Integration der polnischen Tochter stiegen die Risikokosten auf 583 Millionen Euro. Die Ausfallquote blieb mit 2,3 Prozent nahezu stabil. In Österreich ist sie mit 2,6 Prozent leicht rückläufig, Habeler-Drabek ist für die weitere Entwicklung „vorsichtig optimistisch“.

  Job-Kahlschlag in Deutschland hat auch Folgen für Österreich

Für Finanzvorstand Stefan Dörfler ist Polen auch ein Vorbild hinsichtlich Kapitalmarkt. „Polen ist der mit Abstand aktivste Markt und hat die größte Börse der Region.“ Apropos Börse: Bosek würde gerne 15 Prozent der Anteile der Beteiligungsgesellschaft ÖBAG an die Börse bringen, um damit die 61 Prozent der Anteile der A1 Telekom Austria, die America Movil hält, zurückkaufen. Für Bosek wäre dies zum Schutz der kritischen Infrastruktur (auch vor Cyberangriffen), nachdem alle drei großen Telekomanbieter im Land nicht (Magenta, Drei) oder nur bedingt (A1) im heimischen Besitz sind. Bosek stellt aber klar, dass er diese Reverstaatlichung nur für A1 als notwendig erachtet.

Ungarn stark

Das Kreditvolumen legte über alle Märkte gerechnet um 22 Prozent auf 283 Mrd. Euro zu, „ein Gesamtvolumen, von dem wir nicht zu träumen gewagt haben“, sagte Finanzvorstand Stefan Dörfler. Das größte Wachstum entfiel mit plus 19 Prozent auf Ungarn. „Ungarn hat schon vor der Wahl einen positiven Schwung bekommen.“ Nicht so gut läuft es in Rumänien, wo das Kreditvolumen um 2,7 Prozent rückläufig war. Bosek ist überzeugt davon, dass es mit Ende der politischen Turbulenzen im Land wieder zu einer Erholung kommen werde.

Angesichts der insgesamt guten Zahlen hob die Gruppe ihren Ausblick für das Gesamtjahr an. Zudem will sie ihr Ergebnis je Aktie bis 2030 verdoppeln.

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.