„Überfällig“: So reagieren Michael Ludwig & Co. auf Rucks Rücktritt

Politik

Nach wochenlangen Debatten und anhaltender Kritik ist Walter Ruck, Präsident der WK Wien und Obmann des Wirtschaftsbunds Wien, nun doch zurückgetreten. In der Vorstandssitzung des Wirtschaftsbunds Wien am Donnerstag teilte Ruck selbst mit, dass er sich „ins Privatleben zurückzieht“, wie es in einer Aussendung heißt.

Die Reaktionen aus der Politik ließen nicht lange auf sich warten. In einer Aussendung bedankte sich Wiens SPÖ-Bürgermeister Michael Ludwig lediglich „für die langjährige Zusammenarbeit“. Näher ging Ludwig nicht auf die Causa ein.

Schärfere Worte fanden die Grünen: „Der Rücktritt von Walter Ruck als Präsident der Wiener Wirtschaftskammer war längst überfällig“, sagte Parteivorsitzender Peter Kraus, der auch Bürgermeister Ludwig direkt kritisierte: „Bemerkenswert ist, dass sich alle von Ruck distanziert haben – nur Bürgermeister Ludwig hält ihm weiterhin die Stange.“ 

Außerdem kritisieren die Grünen die Absprachen rund um ein Projekt beim Meidlinger Unfallkrankenhaus (der KURIER berichtete), das den Bürgermeister noch stärker in „Erklärungsnot“ bringe.

Ruck-Rücktritt: „Notwendig und überfällig“

Die ÖVP sieht im Abgang Rucks einen „notwendigen und längst überfälligen Schritt“. Für Markus Figl, Landesparteiobmann der Wiener Volkspartei, müsse nach der Causa Ruck das Vertrauen wiederhergestellt und „notwendige Reformen umgesetzt werden“.

Die FPÖ sieht ein weitreichendes Problem. Walter Ruck sei „bloß ein Mosaikstein eines Gesamtbilds“. „Ruck geht, aber das schwarz-rote System der Packelei und des Postenschachers bleibt“, kommentierte der blaue Parteichef Herbert Kickl. „Das ‚Selbstbedienungsbetriebssystem‘, das jetzt zu Tage getreten ist, bricht wegen Rucks Rücktritt nicht zusammen. Es bleibt die Frage, wie es jetzt mit SPÖ-Bürgermeister Ludwig, der sich quasi als ‚roter Skandal-Zwilling‘ bis zuletzt hinter ihn gestellt hat, weitergeht? Er ist die zweite Komponente dieses üblen Betriebssystems“, so Kickl weiter.

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Die Neos kritisieren „Frauenfeindlichkeit, Postenschacher und den despektierlichen Umgang mit den eigenen Mitgliedern“ innerhalb der Wirtschaftskammer. Für den pinken Generalsekretär Douglas Hoyos brauche es einen Neustart. 

Dem schließt sich auch die pinke Vizebürgermeisterin Bettina Emmerling an: „Der Rücktritt von Walter Ruck ist ein wichtiger Schritt – nach Vorwürfen rund um Hinterzimmer-Politik und sein Frauenbild war er nicht mehr tragbar. Jetzt muss die angekündigte Reform der Kammer aber Fahrt aufnehmen“, so Emmerling.

Aus dem Büro der Wirtschaftsbund-Präsidentin Martha Schultz heißt es: „Es gilt, den eingeschlagenen Reformweg mit der Unterstützung aller Wirtschaftsbund-Landesobleute konsequent fortzusetzen.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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