Das Spiel um Platz drei: „Keiner möchte dieses Match spielen“

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Ein Spiel, das eine Aura von Enttäuschung umgibt, oder sogar ein Mantel von Sinnlosigkeit. Das Spiel um Platz drei war jeher ein Spiel der Verlierer, der zerstörten Hoffnungen. Oder wie Englands Teamchef Thomas Tuchel vor der Partie am Samstag (23.00/ServusTV) sagte: „Keiner meiner Spieler und keiner der französischen Spieler möchte dieses Match spielen.“

Bei Olympischen Spielen geht es wenigstens um Bronze, bei Weltmeisterschaften vielleicht nur um ein bisserl ein Gefühl, das letzte Spiel doch noch gewonnen zu haben. Obwohl’s wurscht ist. Einen Tag später geht es im Finale um wirklich etwas.

Und gerade deshalb, weil es nach bitteren Halbfinal-Niederlagen um die Goldene Ananas geht, gab es schon turbulente und hochklassige Spiele. Es wurde probiert, nicht taktiert. Und es gab doch noch Titel. Ein historischer Abriss:

1934: Deutschland gegen Österreich 3:2 

Die Österreicher gingen nach den Härteattacken beim 0:1 gegen Italien lustlos und unmotiviert in die Partie und verloren 2:3. Die letzten Duelle hatten noch 5:0 und 6:0 für Österreich geendet. Kurios: Beide Teams wollten in den üblichen schwarz-weißen Dressen antreten. Um die Teams unterscheiden zu können, schlüpften die Österreicher kurzerhand in die Leiberln des SSC Napoli.

1954: Österreich gegen Uruguay 3:1

 Erfolgreicher war die ÖFB-Elf 1954. In einem wenig mitreißenden Match gegen müde Südamerikaner, die zuvor gegen Ungarn in die Verlängerung gehen mussten, war die Elf von Trainer und Wunderteamkicker Walter Nausch mit Ernst bei der Sache. Man siegte durch Tore von Ernst Stojaspal, Ernst Ocwirk und einem Eigentor mit 3:1.

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1958: Frankreich gegen Deutschland 6:3 

Das vielleicht packendste Spiel um den dritten Platz. Just Fontaine hatte für Les Bleus bereits neun Tore erzielt und führte Frankreich mit einem Doppelpack zu einer 3:1-Pausenführung. Auch im zweiten Durchgang gelangen ihm zwei Treffer und so feierte Frankreich einen 6:3-Triumph gegen den entthronten Weltmeister. Fontaines Ausbeute von 13 Turniertreffern ist noch heute die Bestmarke für eine einzelne Endrunde, und er ist weiterhin auf dem vierten Platz der ewigen Torjäger-Rangliste.

1990: Italien gegen England 2:1

Das Sinnbild eines Verlierer-Duells. Und dennoch entwickelte sich ein schöner Schlagabtausch unter dem Motto „weil es eh schon egal ist“. Sehr ambitioniert ging Toto Schillaci in diese Partie, der Italiener traf zwei Mal und sicherte sich mit dem Siegestor zum 2:1 per Elfer den Titel des Torschützenkönigs der WM (6 Treffer). Sonst war beiden Teams die Halbfinal-Enttäuschung anzumerken. Immerhin scheiterten sowohl die Engländer (wieder einmal gegen Deutschland) als auch die Italiener (gegen Argentinien) im Elferschießen. Die Partie war jedenfalls besser als das Finale, das Deutschland ebenfalls durch ein Elfertor durch Andreas Brehme 1:0 gewann.

1998: Kroatien gegen Niederlande 2:1 

Auch in diesem Duell gab es einen Titel: Davor Suker sicherte sich mit seinem Treffer zum 2:1-Endstand den Titel als Schützenkönig (sechs Tore). Die damals von Miroslav Blazevic trainierten Kroaten hatten zuvor Deutschland aus dem Wettbewerb geworfen, waren dann aber am Gastgeber und späteren Weltmeister Frankreich gescheitert.

2002: Türkei gegen Südkorea 3:2

 Es war schon sensationell, dass es die beiden Länder ins Halbfinale schafften. Gastgeber Südkorea unterlag eigentlich schwachen Deutschen ebenso 0:1 wie die Türken Brasilien. Einen Rekord gab es dann im Duell um Platz drei: Der Türke Hakan Sükür erzielte beim 3:2-Erfolg nach …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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