Neue Strategie: Warum Humanic jetzt die Laufschuhe anzieht

Wirtschaft

Nach der Übernahme durch die slowenische Mass-Gruppe im Oktober des Vorjahres richtet sich der größte heimische Schuhhändler Leder & Schuh, Mutter der Humanic-Kette, neu aus und verpasst sich ein sportlicheres Image, um eine jüngere Zielgruppe anzusprechen.

Vor Kurzem wurde die erste „Humanic Sports“-Fläche in der Filiale in der Wiener Kärntner Straße eröffnet, im Herbst sollen weitere fünf Geschäfte mit erweitertem Laufschuhsortiment aufgepeppt werden. Zum Portfolio gehören bekannte Labels wie On, Adidas, Nike, Asics oder Salomon. „Die Grund-DNA von Humanic kommt ja vom Sport, wir haben in den 1970er-Jahren den ersten Skischuh verkauft“, erzählt Armin Weger, Vorstandschef von Leder & Schuh, dem KURIER.

Der laufbegeisterte Kärntner leitet seit dem Vorjahr den Grazer Schuhhändler und bringt viel Erfahrung aus dem Sportartikelhandel mit. Er arbeitete u. a. bei Intersport Eybl und Hervis.

Die mehr als 150 Jahre alte Humanic-Mutter mit 2.000 Beschäftigten wurde Ende Oktober vom slowenischen Einzelhändler Mass und dem Finanzinvestor Advance Capital Partners gekauft. Seit März ist die Transaktion abgeschlossen. Die Slowenen sind Franchisepartner der US-Sneakermarke Skechers und betreiben in Österreich derzeit sechs eigene Mass- und fünf Skechers-Filialen. Ein starker Fokus auf Sport-, Lifestyle- und Freizeitschuhe bei Humanic war in der Branche also durchaus erwartet worden. 

Dem Konsumenten ist nicht entgangen, dass das Sneaker-Sortiment schon in den vergangenen Jahren stark ausgeweitet wurde. Inzwischen machen die universellen Ganzjahrestreter schon 30 bis 35 Prozent des Humanic-Sortiments aus, berichtet Weger, in einigen Shops sogar bis zu 50 Prozent.

„Performance-Schuhe“

Der Trend gehe zu hybriden „Performance-Schuhen“, wie es in der Marketing-Sprache heißt, also Schuhen, die ebenso zum Laufen wie im Büro oder für den Spaziergang am Abend getragen werden. Weger schließt nicht aus, in einigen Filialen künftig ausschließlich Lauf- und Sportschuhe zu verkaufen. „Wir haben eigene Sportmitarbeiter eingestellt.“ 

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Eine Sortimentsausweitung auf Sportbekleidung oder diverses Sportequipment sei derzeit aber nicht geplant. „Ich möchte nicht den Sporthandel angreifen, sondern einfach das Thema Laufen anders interpretieren“, sagt er. So will er mit Humanic, so wie es etablierte Running-Marken bereits tun, Lauf-Communitys und -Events ins Leben rufen, um Kundinnen und Kunden noch gezielter anzusprechen. Das klassische Schuhsortiment mit Pumps oder Loafers werde es aber weiterhin geben, verspricht Weger.

Die neue Sportlichkeit ist nicht nur Imagepflege einer in die Jahre gekommenen Marke, sie soll auch wieder zurück in die Gewinnzone führen. Der Laufschuh-Bereich ist eines der wenigen Wachstumssegmente im hart umkämpften Schuhhandel, der sich gerade konsolidiert. Die Österreicher geben im Schnitt 150 Euro für einen neuen Laufschuh aus.

60 neue Filialen

Wachsen wollen die Grazer auch durch Expansion. 60 neue Filialen in den nächsten fünf Jahren kündigte Eigentümer Mass bei der Übernahme an. „Ja, wir werden expandieren und wollen neue Läden aufsperren, weil wir an den stationären Handel mit Omnichannel-Strategie glauben“, bekräftigt Weger. Weiße Flecken im Filialnetz gebe es noch bei Shoe4You sowie bei Humanic im Westen Österreichs.

Um sich von der wachsenden Online-Konkurrenz zu unterscheiden, will Humanic mit Beratung und Click-and-Collect (Bestellen im Internet, Abholen in der Filiale, Anm.) punkten. Der reine Online-Anteil ist mit zehn Prozent überschaubar, der Omnichannel-Anteil liegt bei knapp 30 Prozent. 

Derzeit würden mit Mass die Details zur neuen Strategie ausverhandelt, es gebe auch ein klares Commitment für …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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