
Zum Schutz europäischer Stahlhersteller hat die EU-Kommission die jährlichen zollfreien Einfuhrquoten der EU gesenkt. Diese werden um 47 Prozent auf 18,3 Mio. Tonnen gekürzt, wie die Behörde am Dienstag mitteilte. Für 26 Kategorien von in die EU eingeführten Stahlerzeugnissen wird zudem ein Zoll von 50 Prozent außerhalb dieser Quoten eingeführt. Die am Mittwoch in Kraft tretenden Regeln sollen die Auslastung der Stahlkapazitäten im Staatenbund auf 80 Prozent erhöhen.
Der europäische Stahlverband Eurofer erklärte jedoch, dass die Regeländerung angesichts der schwachen Nachfrage die Kapazitätsauslastung möglicherweise nur auf 73 bis 75 Prozent steigern werde, gegenüber derzeit rund 67 Prozent. Die Stahlhersteller der EU könnten voraussichtlich rund 15 Millionen Tonnen mehr produzieren, sagte Axel Eggert, Generaldirektor von Eurofer. Das entspricht etwa der Hälfte dessen, was in den vergangenen Jahren verloren gegangen sei. Um der europäischen Stahlindustrie zu helfen, müsste die Maßnahme möglicherweise auf nachgelagerte Sektoren ausgeweitet werden, etwa auf Unternehmen, die Stahl laminieren oder Bleche für Autos stanzen, sagte Eggert.
Einfuhren nur aus Staaten mit Abkommen
Die Hälfte der Importquoten ist künftig ausschließlich für Einfuhren aus Ländern reserviert, mit denen die EU Freihandelsabkommen abgeschlossen hat – sie sollen damit weniger hart getroffen werden. Die andere Hälfte steht allen offen. Viele dieser Länder sollen nun länderspezifische Quoten erhalten, die proportional zu dem sind, was sie bisher in die EU geliefert haben.
Eine „beträchtliche Anzahl“ von Partnern habe diesen Aufteilungen vorläufig zugestimmt, teilte die Kommission mit. Sie argumentiert, die Regeln seien notwendig, um die europäische Stahlindustrie vor Überkapazitäten anderswo auf der Welt und vor Dumpingpraktiken zu schützen. Am Montag hatte die EU-Kommission Gespräche mit dem chinesischen Handelsminister Wang Wentao geführt, der zuvor auch mit Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche zusammengetroffen war.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



