
Keine Nachspielzeit für Neulengbach. Statt einer Rettung gibt es nun in Niederösterreich den Schlusspfiff für den Frauen-Bundesligisten. Ob die verbleibende Saison fertig gespielt wird, ist zwar noch offen, aber unwahrscheinlich. Neulengbach, trainiert von Coach Andreas Ogris, liegt in der Ligatabelle acht Rang acht.
Bis zum Schluss hat vor allem Sportdirektorin Maria Wolf alles unternommen, um doch noch mit einem Geldgeber für die Rettung zu sorgen. Alexander Widhofner, Unternehmer in der Immobilienbranche, wäre bereit gewesen die Kosten dafür zu übernehmen, hätte auch ausstehende Gehälter beglichen.
Neulengbach-Obmann Thomas Wirnsberger ist unterdessen weiterhin kaum erreichbar, selbst für die Verantwortlichen im Klub. Zunächst schien es als würde er dem Projekt zumindest zustimmen, allerdings verweigerte er bis zum Schluss die nötige Unterschrift. Dabei hätte er aus Sicht des Vereins eine Sorgfaltspflicht zu erfüllen – und alles zu tun, was dem Klub helfen könnte.
„Habe ich noch nie erlebt“
Maria Wolf versteht die Fußballwelt nicht mehr: „Nach Rücksprache mit unserem Anwalt sind alle Unterlagen in der nötigen Form für einen positiven Protest vorgelegen.“ Drei Zettel wären zu unterschreiben gewesen, um die Unterlagen der Bundesliga zukommen zu lassen, die danach über die Erteilung der Lizenz zu entscheiden gehabt hätte.
Bis auf eine Spielerin, die den Verein zu erpressen versucht hat, haben alle mit ihrer Unterschrift dem Projekt zugestimmt. Seltsam war auch für Thomas Pichlmann von der Gewerkschaft Younion, dass sich zwei Manager von Spielerinnen in die Causa eingemischt haben. „Das habe ich in so einem Zusammenhang noch nie erlebt.“
Maria Wolf selbst ging am Freitagfrüh zur Post und gab ihren Austritt auf. Sie selbst wartet schon seit Monaten – wie auch die Spielerinnen – auf Gehälter. Am Freitag informierte sie schriftlich die Mannschaft. „Nach drei Wochen intensiven Einsatzes und auch persönlicher Belastung sehe ich mich nun gezwungen, einen Schlussstrich zu ziehen. Ich gebe an dieser Stelle auf.“
Wolf möchte sich ausdrücklich bei der Gewerkschaft bedanken. „Sie haben alles unternommen um uns zu helfen und haben mich unterstützt. Das weiß ich zu schätzen.“ Nun muss der ÖFB aktiv werden und Obmann Wirnsberger fragen, ob noch ausreichend Geld für die Auswärtsfahrten nach Altach oder Stegersbach vorhanden ist.
Falls nicht, wird Neulengbach die Saison nicht zu Ende spielen können.
Source:: Kurier.at – Sport



