
Die ÖBB erwarten heuer im Fernverkehr ein weiteres Plus bei den Fahrgästen. Im Nahverkehr hingegen ist das nicht der Fall, denn in Wien kommt es für eine Sanierung zu einer Komplettsperre der S-Bahn-Stammstrecke zwischen dem Praterstern und dem Hauptbahnhof. 84 neue Züge werden 2026 eingeflottet. Die Gütertochter Rail Cargo Group soll heuer eine Trendwende ins Positive schaffen. Erst 2027 wird wieder ein positives Ergebnis prognostiziert – wenn es die Konjunktur erlaubt.
„Je schneller desto besser“, sagte ÖBB-Chef Andreas Matthä am Freitag bei der Bilanzpressekonferenz in Wien zu den Zeitpunkten, zu denen die verschiedenen neuen Züge erwartet werden. Er sprach von einer der höchsten Zahl an neuen Zügen im Jahr jemals. Darunter finden sich 45 Cityjet-Doppelstockzüge, die den Nahverkehr in und rund um die Bundeshauptstadt verbessern sollen und für einen stabileren Fahrplan auf Zubringerstrecken in den großen Ballungsraum sorgen sollen.
Das soll dann so richtig gelingen, wenn die Stammstrecke fertig saniert ist. Bis dahin heißt es aber noch geduldig sein. Die Sanierung ist essenziell für die Zukunft, betonen die ÖBB laufend. Die einhergehende Sperre wird die gesamte Zahl der Nahverkehrsreisenden vorübergehend einbrechen lassen.
Auch drei neue Nightjets sind angekündigt. Das jetzt bestehende Netz soll bestehen bleiben, nachdem zuletzt etwa die Paris-Verbindung weggefallen war.
Iran-Krieg, Spritpreise: Etwas mehr Fahrgast-Zulauf im März
Die infolge des Iran-Krieges gestiegenen Spritpreise haben für etwas mehr Zulauf gesorgt, so Matthä. Das gelte vor allem für März, im April habe die entsprechende Wahrnehmung wieder etwas abgenommen.
Bei der Rail Cargo haben die ÖBB unterdessen „alle Hände voll zu tun, um bei der Trendumkehr Kurs zu halten“, so Matthä. Heuer kommt es zu Netzwerkanpassungen – solche bringen laut dem Manager aber auch eine Ausweitung, also neue Strecken.
Mit Blick auf die enttäuschenden Ergebnisse im Schienengüterverkehr richtete Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida und auch Vorsitzender der Sektion Schiene in der Europäischen Transportarbeiter-Föderation (ETF) in Brüssel, einen klaren Appell an die Verantwortlichen. „Die aktuellen Entwicklungen in Österreich und in Europa gefährden die Arbeitsplätze genau jener Leistungsträger:innen, die unser Bahnsystem vorantreiben“, so der Gewerkschafter in einer Aussendung.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



