MAN will bis 2030 bis zu 30.000 E-Lkw verkaufen

Wirtschaft

Frederik Zohm, Technikchef des deutschen Nutzfahrzeugherstellers MAN, gibt sich optimistisch. Bis 2030 sollen etwa 40 bis 50 Prozent aller verkauften Lkw und Busse in Europa elektrisch fahren – eine ambitionierte Zielvorgabe angesichts der aktuellen Zahlen. 2025 lieferte MAN gerade einmal 620 E-Trucks aus. Von 620 auf rund 20.000 bis 30.000 Lkw in vier Jahren ist schon eine mutige Ansage. 

Doch die Münchner sehen sich auf dem richtigen Weg. In Österreich, wo MAN mit mehr als 30 Prozent Anteil Marktführer ist, wurden in den ersten drei Quartalen 2025 insgesamt rund 300 E-Trucks zugelassen – rund 20 Prozent davon von MAN.

„Österreich ist ein Vorbild“, sagt Zohm. Der hohe Anteil erneuerbarer Energien im Strommix und attraktive Förderungen machten das Land zu einem idealen Testmarkt. Der Durchbruch lässt dennoch auf sich warten. Auf Österreichs Autobahnen sind E-Lkw kaum zu sehen – auch weil sie äußerlich kaum von Dieselfahrzeugen zu unterscheiden sind.

„Erst ab etwa fünf Prozent Marktanteil bei E-Lkw wird man das im Straßenbild wahrnehmen“, erklärt Zohm.

120.000 Kilometer

Dabei sprechen die Zahlen eine klare Sprache: Bei 120.000 Kilometern Jahresleistung kostet der Betrieb eines E-Trucks pro Jahr etwa 80.000 Euro – inklusive Strom, Maut und Wartung. Ein vergleichbarer Diesel schlägt mit rund 140.000 Euro zu Buche.

„Die Speditionen, die entschlossener vorangehen, können sich diese Vorteile erarbeiten“, sagt Zohm. Besonders attraktiv: Wer im eigenen Depot mit Photovoltaik lädt, kommt auf Stromkosten von nur 10 bis 15 Cent pro Kilowattstunde. Ein deutlicher Vorteil gegenüber dem Dieselpreis von zwei Euro. Trotzdem zögern viele Spediteure.

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„Die stellen nicht an einem Tag einen Schalter um“, weiß der Technikvorstand. Die Transformation erfordert Investitionen in Ladeinfrastruktur, Werkstattumbauten und Mitarbeiterschulungen. Große Kunden in Österreich setzen noch in großer Zahl auf Diesel – testen oft aber auch Lkw mit batterieelektrischem Antrieb. Doch es würde für das Hochfahren von E-Lkw-Flotten einen Gamechanger geben: Das Aus für das Nachtfahrverbot auf bestimmten Strecken.

E-Trucks sind rund zwölf Dezibel leiser als Diesel-Lkw – für das menschliche Ohr bedeutet das: halb so laut.

„Deshalb sollte es für E-Lkw kein Nachtfahrverbot geben“, sagt Zohm. Gerade für die stark belastete Nord-Süd-Route durch Tirol, insbesondere auf der Brenner-Strecke, könnte das zum Durchbruch führen. „Das ist ein Vorteil, den die Politik aktiv bewerben sollte“, fordert der Manager.

Auch in anderen Segmenten sieht MAN Potenzial. Noch 2026 soll der Produktionsanlauf elektrischer Reisebusse starten – ideal für den österreichischen Skitourismus. Im Stadtbusbereich betreffen 70 bis 80 Prozent aller Ausschreibungen in Europa vollelektrische Fahrzeuge, in Österreich sicherte sich MAN zuletzt Aufträge für 63 E-Citybusse.

Selbst Feuerwehrfahrzeuge sollen folgen – in Kooperation mit einem „großen und bekannten österreichischen Unternehmen“.

Zwei Großaufträge

Einen Großauftrag über 1.200 Lkw, die bis einschließlich 2028 ausgeliefert werden, sicherte sich MAN bei einer namhaften Spedition in Oberösterreich.

Einen weiteren Großauftrag zog das Joint Venture Rheinmetall MAN Military Vehicles (RMMV) an Land: Über einen Zeitraum von sieben Jahren liefert RMMV bis zu 1.375 Fahrzeuge der Baureihen HX, TGS und TGM an das österreichische Bundesheer. Diese Fahrzeuge sind allerdings ausschließlich noch mit Verbrennungsmotoren ausgestattet.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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