
Vier Unternehmen wollen die weltweite Bühne des Eurovision Song Contest (ESC) nutzen, um zu zeigen, welche Fähigkeiten Österreich beim Thema Kreislaufwirtschaft besitzt. Mit einem Becher wird demonstriert, dass es möglich ist einen geschlossenen Materialstrom im Land zu bewerkstelligen. Der Becher, der in der Wiener Stadthalle zum Einsatz kommt, wird aus Plastikmüll gemacht und kann vollständig wiederverwertet werden.
Als Land ein gutes Beispiel abgeben
„Unsere Mehrwegbecher für den ESC sind ein Best Practice der österreichischen Kreislaufwirtschaft“, sagt Harald Hauke, Vorstandssprecher der Altstoff Recycling Austria AG. Die ARA steuert zu dem Projekt den Rohstoff bei: Kunststoffabfälle aus der Gelben Tonne und dem Gelben Sack, die in der Sortieranlage TriPlast in Oberösterreich sortiert und anschließend mit dem selbst entwickelten Verfahren UPCYCLE zu Kunststoff-Flakes aufbereitet werden.
Diese wiederum werden von der OMV in deren ReOil-Anlage aufgelöst und in Basischemikalien zerlegt, die wiederum von Borouge International zu Kunststoffgranulat verarbeitet werden. Damit wird die lebensmitteltaugliche Qualität von Primärrohstoffen erreicht. Im letzten Schritt fertigt Greiner Packaging aus dem Granulat langlebige Mehrwegbecher. Damit wird ein „Austrian-Closed-Loop“ vollbracht.
Ressourcen schonen
„Wir zeigen beim Eurovision Song Contest, wie innovative Kreislaufwirtschaft realisiert wird: Durch die Umwandlung gebrauchter Kunststoffe in hochwertigen Rohstoff vermeiden wir den Einsatz konventioneller Ressourcen und senken damit den CO2-Fußabdruck entlang der gesamten Wertschöpfungskette“, sagt Martijn van Koten, der Leiter der OMV Chemiesparte.
Die Recycling-Becher sollen bei der Hauptveranstaltung und allen offiziellen Side-Events rund um den ESC eingesetzt werden. „Damit setzen wir bei einem internationalen Großevent ein klares Zeichen für Abfallvermeidung“, sagt Greiner Packaging CEO Beatrix Praeceptor.
Aus dem Sack in die Hand
„Der Eurovision Song Contest 2026 in Wien soll nicht nur ein unvergessliches Musikereignis sein – sondern auch zeigen, dass ein Event dieser Größenordnung verantwortungsvoll als Green Event umgesetzt werden kann“, meint Michael Krön, Executive Producer des ESC 2026. „Diese Mehrwegbecher sind für mich eines der schönsten Beispiele dafür: Eine Innovation aus Österreich, 100 % österreichisches Recyclingmaterial, direkt aus dem Gelben Sack in die Hände der Gäste aus aller Welt.“
Insgesamt sollen 100.000 Exemplare des Gebindes produziert und mit buntem ESC-Branding verziert werden. Die Mehrwegbecher, die Besucher nicht als Souvenir mit nach Hause nehmen, aber intakt sind, sollen nach der Veranstaltung an soziale Einrichtungen gespendet und weiterverwendet werden. Kaputte Becher werden recycelt und somit wieder dem Kreislauf zugeführt.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



