Römisch I: Ein Streifzug durch die antike Tennisanlage

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Man kann altmodisch durchaus mit antik verwechseln. Das Millionen-Turnier in Rom, bei dem in den nächsten zehn Tagen Frauen und Männer um Masters-Titel spielen, bietet diesen Kontrast. Auf der einen Seite erinnert ein Teil des Medienbereiches, in dem vorwiegend nicht-italienische Journalisten untergebracht sind, von seiner Aura eher an einen Bahnhof in der ehemaligen DDR. 

Schmucklos, steril, fad. Schiach würden die im Verlauf der Turnierwochen gar nicht so wenigen anwesenden Österreicher sagen. Und die hiesigen Pressebetreuer sind überaus hilfreich, so man sie auf Italienisch anspricht, sonst verstehen sie nur Spanisch und sind mit ihrem Latein bald am Ende.

Verlässt man diesen Bau, landet man auf einer der schönsten Tennis-Anlagen weltweit. Das Foro Italico wird geschmückt von 60 mehr als lebensgroßen Monumentalstatuen aus Carrara-Marmor, die Sportler in den unterschiedlichsten Posen zeigen. Die Bilder der steinernen Athleten hängen wohl in Wohnzimmern aller Welt – nicht nur Tennisfans lassen sich gerne mit den Statuen fotografieren.

Österreichs Beste

Besonders viele bewachen das Stadio Pietrangeli, das ebenerdig nach unten gebaut wurde und 3.500 Zuschauern Platz bietet. Nicht ganz so viele waren am Dienstag dabei, als Neo-Österreicherin und Madrid-Halbfinalistin Anastasia Potapowa die Tschechin Nikola Bartunkova 4:6, 6:4, 6:2 schlug und in den Hauptbewerb des WTA-1.000-Turniers einzog.

Herzstücke sind auch die größten beiden Stadien auf der Anlage, das Stadio Centrale (10.400 Fans) und die Grand Stand Arena (7.000), wo die Besten ihrer Zunft spielen. Zwei Stadien, die öfters umgebaut wurden und in denen zwei österreichische Männer die Note Römisch I erhielten.

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Legenden

Thomas Muster gewann in Rom sein erstes von acht Masters-Turnieren – nur acht Monate nach seinem Comeback und einige Wochen nach dem verlorenen Finale in Monte Carlo nahm er 1990 Revanche am Russen Andrej Tschesnokow. 27 Jahre später schlug Dominic Thiem den Sandplatz-Gott (für Rom passt die Formulierung) Rafael Nadal zum ersten Mal bei einem Millionenturnier.

Obwohl die Topgesetzten erst einsteigen, durften auf diesen Courts am Dienstag nur jene Damen spielen, die neben der Qualifikation schon den Hauptbewerb eröffneten.

Aber Potapowa hatte mit dem Stadio Pietrangeli auch ihren Spaß. „Es ist einer der schönsten Courts überhaupt auf der Welt“, sagt die 25-Jährige, „er hat nur einen Nachteil, dass es auf den Rängen doch ziemlich turbulent ist, Leute kommen und gehen. Für die Konzentration ist dies nicht das Beste.“ 

Die Veranstalter wollten den Court umbauen, ließen aber von den Plänen ab und werten ihn künftig mit noch mehr Fans auf. Und er wird so in den nächsten Jahren zum zweitgrößten Court auf der Anlage nahe dem Olympiastadion, in dem die Österreich-Exporte Herbert Prohaska und Michael Konsel zu Helden bei AS Roma wurden.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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