
Der Tech-Milliardär Elon Musk hat den Rechtsstreit über die Ausrichtung des KI-Entwicklers OpenAI verloren. Eine US-Jury im kalifornischen Oakland wies am Montag seine Klage gegen das Unternehmen ab. Die Geschworenen entschieden nach weniger als zwei Stunden Beratung einstimmig, dass Musk die Klage zu spät eingereicht habe.
Damit entfällt die Grundlage für den Vorwurf, OpenAI sei von seinem ursprünglichen Ziel abgewichen, Künstliche Intelligenz (KI) zum Wohle der Menschheit zu entwickeln. Tesla-Chef Musk hatte dem von Microsoft unterstützten Start-up und dessen Chef Sam Altman vorgeworfen, die Sicherheit der Technologie zu vernachlässigen und sich stattdessen auf die Bereicherung von Investoren zu konzentrieren.
Musks Anwalt behielt sich nach dem Urteil vor, in Berufung zu gehen. Richterin Yvonne Gonzalez Rogers dämpfte jedoch die Erfolgsaussichten, da die Frage der Verjährung eine Tatsachenentscheidung sei. „Es gibt eine Fülle von Beweisen, die die Feststellung der Geschworenen stützen, weshalb ich bereit war, die Klage sofort abzuweisen“, sagte sie.
Der Entscheidung war ein elftägiger Prozess vorausgegangen, in dem sich beide Seiten wiederholt Geldgier vorwarfen. Musks Anwalt Steven Molo erklärte in seinem Schlussplädoyer, Altmans Glaubwürdigkeit stehe im Mittelpunkt. OpenAI-Anwalt William Savitt hielt dagegen, Musk sei selbst nur auf Profit aus gewesen. „Herr Musk mag in einigen Bereichen ein goldenes Händchen haben, jedoch nicht bei KI“, sagte Savitt.
OpenAI vor Börsengang
Der Streit dreht sich um die Umwandlung von OpenAI. Das Unternehmen wurde 2015 von Altman, Musk und anderen als gemeinnützige Einrichtung zur KI-Forschung gegründet. Musk verließ den Verwaltungsrat 2018. Ein Jahr später kam eine gewinnorientierte Tochter hinzu, um Milliardeninvestitionen von Microsoft und anderen Geldgebern einzusammeln.
Musk warf Altman und dem Verwaltungsratsvorsitzenden Greg Brockman vor, ihn dazu manipuliert zu haben, 38 Millionen Dollar zu spenden, und das Start-up hinter seinem Rücken zu einer persönlichen „Gelddruckmaschine“ umgebaut zu haben. Er bezeichnete das Vorgehen als „Diebstahl einer Wohltätigkeitsorganisation“. OpenAI bestritt das und erklärte, Musk habe die Gewinnorientierung zunächst selbst vorangetrieben und erst geklagt, als er mit dem Plan gescheitert sei, an die Spitze des Unternehmens aufzurücken.
Das Urteil fällt in eine entscheidende Phase für die KI-Branche. OpenAI bereitet sich auf einen möglichen Börsengang vor, der das Unternehmen mit einer Billion Dollar bewerten könnte. Einem Microsoft-Manager zufolge hat der Softwarekonzern bereits mehr als 100 Milliarden Dollar in die Partnerschaft mit OpenAI gesteckt. Zugleich rüstet auch Musk auf: Seine KI-Firma xAI gehört inzwischen zu seinem Raumfahrtunternehmen SpaceX, das ebenfalls vor einem Börsendebüt steht. Dieses könnte den Börsengang von OpenAI vom Volumen her sogar übertreffen.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



