Budgetstreit um Unis: Hütter spricht von „finanziellem Kollaps“

Politik

Die österreichischen Universitäten schlagen Alarm: Angesichts der geplanten Budgethöhe für die nächste Leistungsvereinbarungsperiode drohten massive Einschnitte bei Personal, Lehre und Forschung. In der ZiB2 war dazu Brigitte Hütter, Präsidentin der Universitätenkonferenz, zu Gast.

Hütter widersprach der Darstellung, das Uni-Budget sei noch offen. „Jetzt vorgestern haben wir erfahren, dass die 15,5 Milliarden fix seien und dass es keine Möglichkeit zu einer Steigerung mehr gäbe.“ Diese Information habe sie direkt von der Wissenschaftsministerin erhalten. Gleichzeitig hoffe man, dass sich die Aussagen der Ministerin, „dass es noch Änderungen geben kann“, bewahrheiten.

„Kein Schwerpunkt dieser Regierung“

Besonders brisant: Laut Hütter habe die Ministerin vor Zeugen erklärt, „Wissenschaft und Forschung sind keine Schwerpunkte dieser Regierung“. Hütter betonte: „Ich konnte es mir auch nicht vorstellen, aber so war es.“

Für die Universitäten sei die Budgethöhe ein massives Problem. Der Bedarf für die Jahre 2028 bis 2030 liege bei rund 18 Milliarden Euro, gerechnet auf Basis niedriger Inflationsannahmen. Bei einem Budget von 15,5 Milliarden Euro treffe das laut Hütter „ein Viertel unseres Personalbudgets“.

Personalabbau und längere Studienzeiten

Die Folgen wären laut der Uni-Präsidentin gravierend: „Ein Viertel des Personalbudgets heißt ein Viertel der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, der Lehrenden, aber auch des Verwaltungspersonals der Universitäten.“ Kündigungen, Nicht-Nachbesetzungen und der Abbau von Mittelbaustellen seien kaum vermeidbar.

Der Personalabbau müsse früh beginnen, weshalb sich auch Studienzeiten verlängern würden. Bereits im aktuellen Studienjahr könnten dadurch rund 40.000 Studierende ein Jahr später abschließen. „Das ist nicht eine leere Drohung, sondern wir müssen, wenn wir Personal tatsächlich einsparen müssen, auch sehr bald damit beginnen.“

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Proteste und letzte Mittel

Hütter sprach von einem Super-GAU [unklar: möglicherweise Super-GAU] für die Universitäten und kündigte Proteste an. Eine Großdemonstration sei geplant, ein Streik bleibe „eine letzte Maßnahme“.

Sollte es zu keiner Lösung kommen, müssten auch Maßnahmen wie Studiengebühren diskutiert werden. „Die Universitäten haben ein großes Finanzproblem, wenn es so kommt, wie es jetzt zumindest einmal ausgesprochen wurde.“ Universitätsbudgets seien keine Einmalausgabe, sondern eine Investition: „Diese Investition kommt zurück in der Gesellschaft.“

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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