
Es sollte ein Leuchtturmprojekt werden: Auf dem 15 Hektar großen Areal der ehemaligen Werft Korneuburg wollte der SIGNA-Konzern einen lebenswerten Wohnraum für rund 1.500 Menschen schaffen. Ein halbe Milliarde Euro sollte in die Entwicklung des neuen Stadtteils fließen. Doch aus der Vision wurde ein Millionen-Desaster.
Wie Günther Moser vom Österreichischen Verband Creditreform bestätigt, hat die Rechtsvertreterin der Hafen Korneuburg Immobilien GmbH & Co KG (FN 499898w) nun beim Handelsgericht Wien den Antrag auf Eröffnung eines Konkursverfahrens eingebracht. Die Verbindlichkeiten: rund 40 Millionen Euro. Zehn Gläubiger schauen durch die Finger.
Dominoeffekt nach Benko-Zusammenbruch
Die Projektgesellschaft, die zum Konzern der SIGNA Development Selection AG zählt, ist ein weiteres Opfer des spektakulären Zusammenbruchs des Firmenimperiums von René Benko. Was als ambitioniertes Stadtentwicklungsprojekt begann, endete in einem bürokratischen und finanziellen Fiasko.
Der Todesstoß kam im Frühjahr 2025: Stadt und Projektgesellschaft zogen das beim Land eingereichte UVP-Verfahren zurück – das endgültige Projektende war besiegelt. Der Gemeinderat reagierte prompt und erließ eine Bausperre. Für die projektfinanzierende Bank war damit die Geduld am Ende: Sie stellte den Kredit fällig.
Leeres Areal statt lebendiger Stadtteil
Heute steht das 15 Hektar große Areal an der Donau leer – ein Monument gescheiterter Größenwünsche. Die im Firmenbuch eingetragenen Gesellschaften – die Hafen Korneuburg Management GmbH als Komplementärin sowie die Hafen Korneuburg Holding GmbH und die Hafen Korneuburg Beteiligung GmbH & Co KG als Kommanditisten – sind nur noch Hüllen ohne Inhalt.
Immerhin: Arbeitsplätze fallen keine weg. Die Immobilienprojektgesellschaft beschäftigte keine Dienstnehmer. Die eigentliche Arbeit sollte erst beginnen – doch dazu wird es nun nicht mehr kommen.
Das Hafen-Korneuburg-Debakel reiht sich ein in eine lange Liste gescheiterter SIGNA-Projekte. Während Masseverwalter und Gläubiger noch jahrelang mit der Abwicklung des Benko-Imperiums beschäftigt sein werden, bleibt in Korneuburg vorerst nur eine Frage: Was wird aus dem brachliegenden Donauufer?
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



