Goldpreis könnte sich bis zum Jahr 2030 nahezu verdoppeln

Wirtschaft

Zu Jahresbeginn sah es noch so aus, als ob der Goldkurs nur eine Richtung kennt. Jene nach oben. Im Jänner legte er um knapp 1.300 Dollar auf den Rekordstand von rund 5.595 Dollar zu. Mit Beginn des Iran-Kriegs Anfang März „haben viele eine Explosion des Goldpreises erwartet, aber es ist genau das Gegenteil passiert“, sagt Ronald Stöferle, Rohstoff-Experte beim Vermögensverwalter Incrementum.

„Nun sind viele kurzfristig enttäuscht von der Entwicklung. Aber der Kurs ist seit Jahresbeginn noch immer fünf Prozent im Plus.“ Er erwartet für die nächsten Monate eine Seitwärtsentwicklung mit Chancen für eine Korrektur nach unten von aktuell 4.500 auf 4.000 bis 4.300 Dollar. Aber: Sollte sich die Iran-Problematik lösen, könnte es wieder aufwärtsgehen, sagt Stöferle, der nun die mittlerweile 20. Ausgabe des jährlichen „In Gold We Trust Report“ gemeinsam mit Co-Autor Mark Valek veröffentlichte.

2007, als der erste Report erschien, lag der Kurs noch bei 670 Dollar. Seit damals hat sich der Kurs versiebenfacht. „2020 haben wir die ’Goldene Dekade’ ausgerufen, das bestätigt sich“, sagt Stöferle. Über alle großen Währungen gerechnet hat sich der Goldpreis seit 2006 in 70 bis 85 Prozent aller Jahre positiv entwickelt.

Trendwende

Doch warum hat ausgerechnet der Iran-Krieg die Trendwende eingeleitet, obwohl das Edelmetall als Krisenwährung gilt? Das habe am zeitgleichen Anstieg der Ölpreise gelegen, erklärt Stöferle. Beispiel Indien: Dort ist Gold nach Öl das zweitgrößte Importprodukt. Steigt nun der Ölpreis und wird zugleich viel Gold gekauft, treibt dies das Handelsdefizit nach oben. Indiens Regierung hat die Bevölkerung daher gebeten, auf exzessive Goldkäufe zu verzichten. Die Vereinigten Arabischen Emirate wiederum seien aufgrund der geografischen Nähe zum Krieg weitgehend als Goldkäufer ausgefallen, andere Länder wie die Türkei hätten rasch Liquidität benötigt.

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Die weltweit steigende Inflation zeige ebenfalls Wirkung, sagt Stöferle. „Es gibt einen U-Turn bei den Zinserwartungen. Statt weiteren Senkungen wird nun eine Erhöhung eingepreist.“ Das spricht gegen Gold, weil dieses ja keine Zinsen abwirft.

„Ja“, stimmt Valek zu, „allerdings gibt es auch kein Ausfallsrisiko.“ Er hat einige Faktoren ausgemacht, die langfristig für Gold sprechen würden. Vor allem die Funktion der Wertaufbewahrung und Reserve für Zentralbanken. „Seit der Finanzkrise 2009 gibt es einen Paradigmenwechsel. Zuvor wurde viele Jahre lang Geld verkauft.“ Seit dem Ukraine-Krieg sei noch mehr Dynamik in den Markt gekommen. Im Vorjahr habe es sogar einen Rekord an Zukäufen von 100 Milliarden Dollar gegeben.

Unterm Strich sehen die Experten Gold nach wie vor in einem Bullenmarkt, aber nicht in einer Bubble. Ihr Basisszenario von 4.800 Dollar je Unze bis 2030 wurde ja bereits erreicht. Daher sehen sie nun das inflationäre Szenario als „mehr als realistisch“ an. Dieses geht von einem jährlichen Anstieg von 14 Prozent auf 8.900 Dollar aus.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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