Eishockey-WM: Schweiz degradiert Österreich fast zweistellig

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Draußen vor der eindrucksvollen Swiss-Life-Arena beim Abgang zur Unterführung zum Bahnhof Altstetten schimpfte ein Schweizer Fan über die Ticketpreise. „Mit mir nicht“, rief er entsetzt und drehte dem Schauspiel den Rücken zu.

Er sollte einige Tore verpassen. Die Schweizer Nati hat sich zu einem der besten Eishockey-Nationalteams der Welt entwickelt. Das mussten am Mittwoch auch die Österreicher anerkennen. Das 9:0 war nach 3:1 gegen USA, dem 4:2 gegen Lettland und dem 6:1 gegen Deutschland der vierte Sieg in Folge. Nach vier Gegentoren in den ersten 14 Minuten gelang Österreich keine Schadensbegrenzung.

Die Kosten

An die 150 Euro kostet umgerechnet ein Ticket für ein Spiel der Schweizer Nationalmannschaft bei dieser WM. Und dennoch sind alle Partien ausverkauft. Zum Vergleich: Das Spiel Österreich gegen Lettland gab es am Dienstag schon um 40,80 Franken, also rund 45 Euro. Bis Anfang dieser Woche waren bereits 400.000 der 500.000 aufgelegten Tickets verkauft. 50 Millionen Franken (55 Millionen Euro) beträgt das Budget dieser WM. Das ist mehr als bei der Rad-WM 2024 in der Schweiz.

Die größten Kosten verursachte die Infrastruktur, sagt Christian Hofstetter, Chef des Organisationskomitees im Schweizer Fernsehen. Die Arenen in Fribourg und Zürich mussten den Anforderungen des Weltverbandes angepasst werden. Also mussten Stehplätze in Sitzplätze umgewandelt werden, Garderoben umgestaltet sowie Platz für die TV-Übertragungen geschaffen werden. Die Kapazitäten sanken daher von 12.000 auf 10.000 in Zürich und von 9.300 auf 7.500 in Fribourg. Läuft alles nach Plan, dann wird die WM einen Gewinn abwerfen. Doch das scheint nur zweitrangig zu sein.

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Alles, was zählt bei diesem Turnier, ist der sportliche Erfolg der Nati, die sich mit ihren sechs NHL-Profis und mit jeder Partie mehr und mehr in die Favoritenrolle spielt.

Fokus auf Samstag

Für die Österreicher hatte das Spiel gegen die Schweiz nicht die höchste Priorität. Nach sechs Vorrundensiegen in Folge (inklusive 2025) konzentrierte sich das Team von Roger Bader schon früh auf Samstag, wenn am Abend die angeschlagenen Deutschen der nächste Gegner sind. Mit einem vierten Sieg bei dieser WM würde Österreich ins Viertelfinale einziehen, wahrscheinlich würde sogar ein Punkt gegen die Deutschen reichen, wenn es sonst keine Sensationen mehr gibt.

Großes Lob

Daher war es nur logisch, dass Bader seine nach der Lettland-Schlacht müden Top-Spieler Zwerger, Rohrer und Tolvanen aus dem Kader nahm. Österreichs Schweizer Teamchef rückt nach den positiven Ergebnissen in den vergangenen Jahren immer mehr in den Fokus. „Er ist wohl der meist unterschätzte Schweizer Trainer. Der Zürcher steht inzwischen für die beste Phase des österreichischen Hockeys seit der WM von 1947 in Prag (WM-Bronze)“, adelte ihn Eishockey-Journalisten-Legende Klaus Zaugg auf watson.ch.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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