
17 Jahre jung war Philipp Lienhart, als er 2014 von Wien Hütteldorf ausgezogen ist, um die Fußball-Welt zu erobern. Vom Rapid-Nachwuchs ging es zu Real Madrid, wo er in der zweiten Mannschaft spielte und bei den Profis mit Stars wie Sergio Ramos trainieren und lernen durfte, landete er 2017 beim SC Freiburg. Bis heute ist der Verteidiger aus Lilienfeld dem Klub aus dem Schwarzwald treu geblieben.
Am Mittwoch wollte sich der 29-Jährige mit seinem Langzeitklub belohnen und sich eine europäische Krone aufsetzen. Allein es wurde nichts mit dem Titel in der Europa League. Die Trophäe ging nach England. Aston Villa feierte im Beşiktaş-Stadion von Istanbul einen 3:0-Finalsieg gegen die Deutschen. Der Klub aus Birmingham holte damit nach dem Europapokal der Landesmeister 1982 auch den zweitwichtigsten Pokal im europäischen Klubfußball. Und das verdient.
Ein Prinz und seine Villa
Vor den Augen ihres Edelfans, des britischen Thronfolgers Prinz William, war Villa von Beginn an zwar als Team nicht zwingend überlegen. Doch die Einzelspieler der Briten strahlten schon in den Anfangsminuten durch ihre individuelle Qualität mehr Gefahr aus. Auch Lienhart hatte mit den englischen Teamspielern Ollie Watkins oder Morgan Rogers gleich alle Hände voll zu tun.
Mit einer Chance durch Nicolas Höfler (17.) wirkte es, als wären die Deutschen im Spiel. Mitunter waren sie das auch und hielten Villa durch ihre geordnete Defensive vom eigenen Tor fern.
Wie so oft in einem chancenarmen Spiel war es eine Standardsituation, die den Weg für die Engländer zum Titel ebnete. Nach einem kurz abgespielten Eckball flankte Rogers den Ball zur Mitte, wo Youri Tielemans von den Freiburgern an der Strafraumgrenze völlig alleingelassen wurde. Der Belgier nahm den Ball volley und traf wuchtig und sehenswert zum 1:0 – ein Traumtor (41.). Und vielleicht wäre nach Seitenwechsel noch etwas möglich gewesen für Freiburg, hätte man nicht Minuten später noch einmal geschlafen.
Die Vorentscheidung
Wieder war eine Ecke der Ausgangspunkt, aus dem die Engländer Druck erzeugten. Während alle Freiburger im Strafraum die Stellung hielten, wurde außerhalb Buendia freigespielt. Der Argentinier schlenzte den Ball sehenswert ins lange Kreuzeck. 2:0, die Vorentscheidung mit dem Pausenpfiff (45.+3).
Nach knapp einer Stunde machte Rogers den Sack zu. Nach einem Angriff über links war der 23-Jährige im Strafraum einen Schritt schneller als Lienhart – 3:0 (58.), der Endstand, der durchaus noch höher hätte ausfallen können.
Philipp Lienhart war an diesem Abend zweiter Sieger und fliegt am Donnerstag mit einer Silbermedaille nach Hause. Allerdings: Die nächste Chance auf einen Pokal hat der Lilienfelder ja schon in ein paar Wochen mit dem Nationalteam.
Source:: Kurier.at – Sport



