„Ist ein Pianist im Haus?“: Klavierspieler springt spontan bei Konzert ein

Kultur

Am Samstagabend wandte sich Komponist Justin Hurwitz während eines Livekonzerts von „La La Land“ im Darling Harbour Theatre in Sydney mit einer ungewöhnlichen Bitte an das Publikum. Nach einer ungewöhnlich langen Pause kehrte der Pianist der Show nicht mehr auf die Bühne zurück. Er sei krankheitsbedingt ausgefallen.

„Ist ein Pianist im Haus? Und zwar einer mit außergewöhnlichen Fähigkeiten im Blattspiel?“, scherzte Hurwitz.

Hinter den Kulissen sei während der Pause bereits Panik ausgebrochen, erzählte der Komponist später dem australischen Guardian. Verzweifelt habe das Ensemble versucht, Ersatz unter lokalen Kontakten zu finden. Potenzielle Kandidaten seien jedoch 15 bis 20 Minuten entfernt gewesen. Hurwitz wusste, dass die Zeit knapp wurde und die Geduld der rund 2.500 Zuschauer nicht unbegrenzt war.

Also suchte er sein Glück im Publikum – und fand es in Form des 21-jährigen Studenten Sterling Nasa. Zunächst habe dieser gezögert. Seine Freundin habe ihn schließlich ermutigt und gewissermaßen für ihn die Hand gehoben.

„Können Sie in Tonarten spielen, die Sie noch nie gespielt haben?“

Bevor Nasa ans Klavier durfte, wollte Hurwitz jedoch sichergehen. Mehrmals fragte er nach, ob der Student der Herausforderung wirklich gewachsen sei. „Können Sie in Tonarten spielen, die Sie noch nie gespielt haben?“, wollte der Komponist wissen.

Nasa meisterte die Aufgabe schließlich, als wäre er schon immer Teil des Orchesters gewesen. Lediglich das von John Legend gesungene Stück „Start a Fire“ bereitete ihm Sorgen. Das hochvirtuose Synthesizer-Solo muss exakt mit den Handbewegungen der von Ryan Gosling gespielten Figur auf der Leinwand synchronisiert werden.

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„Das Synth-Solo ist wirklich technisch anspruchsvoll. Ich dachte, selbst ein hochkarätiger Profi würde es wahrscheinlich nicht vom Blatt spielen können“, sagte Hurwitz dem Guardian.

Doch Nasa ließ sich nicht aus der Ruhe bringen und improvisierte erfolgreich. Das Publikum zeigte sich begeistert und belohnte den Studenten mit tosendem Applaus. Hinter der Bühne fiel dem Orchester ein Stein vom Herzen. „Uns allen schwirrte der Kopf, weil es so ein surrealer Moment war“, sagte Hurwitz. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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