
„Was wie eine klassische Immobilienverwertung begann, entwickelte sich zum wirtschaftlichen Drama. Die Schuldnerin, deren Geschäftsmodell auf der Verwaltung und Verpachtung von Immobilien basiert, geriet durch einen verhängnisvollen Domino-Effekt in Schieflage. Die primäre Einnahmequelle – die Vermarktung des Schlosses Leopoldsdorf – brach zusammen, als gleich zwei prominente Mieter in die Insolvenz schlitterten“, teilt Creditreform mit. „Die Eyemaxx International Holding & Consulting GmbH sowie die VST Building Technologies AG hatten im Schloss ihre Büroräumlichkeiten. Nach deren Pleiten lösten die bestellten Masseverwalter die Mietverträge im Zuge der Liquidation auf. Für die Lifestyle Realbesitz ein fataler Schlag: Die dringend benötigte Liquidität zur Deckung der hohen Erhaltungskosten des historischen Gebäudes versiegte schlagartig.“
Das Landesgericht Korneuburg hat am Freitag ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung über das Vermögen der Lifestyle Realbesitz Verwertungsgesellschaft mbH & Co KG eröffnet. Das bestätigt Günther Moser von Creditreform dem KURIER. Im Zentrum der Insolvenz steht ein historisches Juwel: das Schloss Leopoldsdorf bei Wien
Spezialisierung wird zum Verhängnis
Die Suche nach neuen Mietern gestaltete sich schwieriger als erwartet. Der Grund: Die Büroflächen waren speziell an die Bedürfnisse der früheren Bestandnehmer angepasst worden – eine Investition, die sich nun als Bumerang erwies. Alle Versuche einer Neuvermietung scheiterten.
Angesichts der hohen Verbindlichkeiten blieb nur noch ein Ausweg: der Verkauf des Schlosses. In Abstimmung mit den Hypothekargläubigern wurde diese Strategie vereinbart. Doch auch hier machten externe Faktoren einen Strich durch die Rechnung.
Internationale Käufer zögern
Interessenten gab es durchaus – vornehmlich aus Drittstaaten. Doch die globalen Krisen der vergangenen Jahre hinterließen ihre Spuren: Eine Einigung über den Kaufpreis konnte bisher nicht erzielt werden. Die Insolvenzantragstellung war schließlich alternativlos.
30 Prozent Quote geplant
Von der Insolvenz sind 23 Gläubiger betroffen. Die Gesamtverbindlichkeiten belaufen sich auf 12,9 Millionen Euro. Der Großteil davon ist jedoch hypothekarisch besichert. Laut Einschätzung des Schuldnervertreters sind daher lediglich rund 366.000 Euro quotenrelevant für einen Sanierungsplan.
Den ungesicherten Gläubigern soll eine Quote in Höhe von 30 Prozent angeboten werden. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Michael Ludwig-Lang bestellt.
Das Ziel bleibt bestehen: der Verkauf des Schlosses Leopoldsdorf zu bestmöglichen Konditionen. Die Verhandlungen mit potentiellen Käufern werden fortgesetzt. Ob das historische Anwesen einen neuen Eigentümer findet, der seine Zukunft sichert, bleibt abzuwarten.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



