
von Helmut Christian Mayer
Sie erzählte, sie tanzte und sie sang. Und alles mit überschäumender Energie und purer Lebensfreude: Cecilia Bartoli ist eine Klasse für sich. Unter dem Motto „Ciao, bella ciao“ wurde der Ausnahmekünstlerin auch im Hinblick auf ihren bevorstehenden 60. Geburtstag bei den Salzburger Pfingstfestspielen ein showartiges Galakonzert im Großen Festspielhaus gewidmet.
Es wurde eine durchinszenierte, vergnügliche Zeitreise mit Erinnerungen und Bildern, mit Kindheitsmelodien, mit Canzoni aus der Jugendzeit bis zu den Etappen ihrer Weltkarriere. Und das durch alle emotionalen Klimazonen: Überraschend, verspielt, sentimental, selbstironisch, aber auch überdreht. Und als Rahmenhandlung erzählte sie einem Interviewer aus ihrem Leben. Immer mit passenden Videos untermalt wurden die vielen Musiknummern: Begonnen mit ihrem ersten Auftritt mit neun Jahren als Hirtenjunge in Puccinis „Tosca“, über Schlager von Rita Pavone („Il Geghegé“) bis zu Hits wie „Arrividerci Roma“ oder „Volare“ wie auch „Caruso“ von Lucio Dalla. Es folgten auch das mottogebende Partisanenlied „Bella ciao“, wie auch der Song der Maria aus „Sound of Music“, natürlich im Dirndlkleid. Um immer wieder Opernhits.
Wieder einmal erstaunte, wie wandlungsfähig ihre Stimme ist: Mit einem immensen Stimmumfang von tiefsten Tönen bis in höchste, kaum mehr zu singende Höhen. Die Koloraturen und Girlanden sprudelten nur so mühelos und perfekt hervor. Samtig und weich erklang ihr kostbarer Mezzo bei „Casta diva“ aus Bellinis „Norma“. Für die Regie sorgte David Livermore, die Choreografie der Tänzer, bei der das Energiebündel Bartoli natürlich mittanzte, erdachte Klevis Klemazaj. Die verstärkten Les Musiciens du Prince-Monaco unter Yvan Cassar sorgten auch für den richtigen Big- Band-Sound.
Stehende Ovationen, auch für Bartolis 90-jährige Mutter im Publikum, von der auch eine Arie aus Verdis „La traviata“ eingespielt wurde.
Source:: Kurier.at – Kultur



