„Spider-Noir“: Ein gealterter Spinnenmann will sich wieder vernetzen

Kultur

Da „Spider-Man“ nicht Teil des Marvel-Rechtepakets von Disney ist, kann der Spinnenmann auch extravagente Ausflüge unternehmen, wie diese Serie auf Amazon Prime Video. Wir haben es in „Spider-Noir“ mit einem gealterten Kerl zu tun, der des Superheldendaseins überdrüssig geworden ist. Gespielt wird der abgehalfterte Privatdetektiv Ben Reilly (wohlgemerkt nicht Peter Parker) von Kult-Hollywoodstar Nicolas Cage. Das alles wurde in die düsteren Farben des klassischen Film Noir getaucht und die Story in die Zeit der Großen Depression der 1930er-Jahre verlegt.

Reilly, natürlich mit stilechtem Schlapphut, hängt in zwielichtigen Bars ab und ist auf Beweise sammeln bei Ehebruch spezialisiert. Die Einkünfte sind karg, was vor allem seine Sekretärin Janet Ruiz (Karen Rodriguez) wurmt. Deren Mann ziehe es nämlich vor, täglich eine Mahlzeit zu sich zu nehmen. Ruiz ist mit ihrer hemdsärmeligen Schlagfertigkeit die eigentliche Chefin im Büro.

Bogart-Verschnitt

Cage nuschelt sich als herrlich grummeliger und desillusionierter Humphrey-Bogart-Verschnitt mit staubtrockenem Humor durch die acht Folgen. Nach dem Tod seiner geliebten Ruby, die er nicht aus einem sinkenden Auto retten konnte, gab Reilly sein nächtliches Doppelleben auf. Seitdem wird „The Spider“ schmerzlich vermisst. „Die Leute brauchen wieder einen Helden“, heißt es in Folge 1. Viele seien in schweren Zeiten verloren gegangen, hört man den populistischen New Yorker Bürgermeister sagen. „Es fühlt sich so an, als käme uns niemand zu Hilfe.“.

Reilly wird pikanterweise beauftragt, einen Mann zu finden, der Superkräfte hat. Der Gesuchte kann zu Feuer werden und hat das Anwesen des Gangsterbosses Silvermane (Brendan Gleeson) in Flammen aufgehen lassen. Immer wieder blitzt sein Spinnensinn auf und es wird nicht lange dauern, bis „The Spider“ zurückkehrt. Gilt es doch unter anderem auch aufzuklären, wer tatsächlich hinter Rubys Tod steckt.

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Als besonderes Gimmick kann man sich die aufwendige Sony-Produktion in für die Noir-Ästhetik stimmigem Schwarz-Weiß ansehen, aber auch jederzeit auf comicbunte Farben switchen. Ihr Kritiker empfiehlt Ersteres und bei einzelnen Szenen die Farbversion: Wenn etwa Li Jun Li als Cat Hardy im Nachtklub eine betörende Version von „Dream a little dream of me“ singt.

„Spider-Noir“ ist nicht nur ein Appetizer auf den neuen „Spider-Man“ mit Tom Holland (Kinostart: Ende Juli), sondern weit mehr als das.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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