Jobabbau: Entwurf des Sozialplans dem WKO-Betriebsrat übergeben

Wirtschaft

Die Verhandlungen über den Sozialplan bei der Wirtschaftskammer Österreich (WKO) sind noch nicht angelaufen. Betriebsratschef Reinhard Kopf bestätigt im KURIER-Gespräch zwar, dass sein Team am Donnerstag einen ersten Entwurf erhalten hat, die rechtlichen Voraussetzungen für den massiven Stellenabbau seien aber noch nicht ausreichend geklärt.

„Die Begründung war für uns so knapp, dass wir sie mit den Informationen, die wir derzeit haben, noch nicht nachvollziehen können“, sagt Kopf. Derzeit wird das Verhandlungsteam zusammengestellt. Wie berichtet sollen bis Ende 2007 200 der 800 Vollzeitstellen wegfallen. Natürliche Abgänge durch Pensionierungen sind dabei bereits eingerechnet.

Kündigungsbeginn in der Haupturlaubszeit „halb optimal“

Intern läuft der Prozess bereits: Die Führungskräfte haben ihre individuellen Einsparungspotenziale mitgeteilt bekommen – konkret eine Anzahl von Vollzeitäquivalenten, die in ihren Bereichen eingespart werden müssen. Die Führungskräfte müssen nun laut Kopf überlegen, wie sie die Vorgaben erfüllen können, ohne die gesetzlichen Aufgaben der Kammer zu gefährden. „Es muss auch konkret und schnell gesagt werden, was wir in Zukunft nicht mehr leisten können“, so der Betriebsratschef.

Der ursprüngliche Zeitplan sieht vor, dass bereits Mitte Juli die betroffenen Personen feststehen und die Liste ans AMS übermittelt wird. Nach der einmonatigen Sperrfrist sollten Mitte August die ersten Trennungsgespräche beginnen.

Der Betriebsrat würde einen Start im Herbst bevorzugen und hält einen Kündigungsbeginn in der Haupturlaubszeit für „halb optimal“. „Je schneller solche Prozesse gehen, desto mehr Kollateralschäden verursachen diese Prozesse“, sagt Kopf. Die Verunsicherung in der Belegschaft sei enorm. „So etwas ist für das gesamte Gefüge natürlich eine menschliche Katastrophe“, sagt der Betriebsratschef.

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Volle Unterstützung

„Es ist höchst notwendig, die WKO konsequent zu verschlanken. Präsidentin Martha Schultz hat daher volle Unterstützung für ihren Kurs“, sagt Michael Höllerer, Chef der Banken- und Versicherungssparte. „Einschnitte mit dem Ziel, die Mitglieder zu entlasten, sind notwendig, um die Legitimation der Kammer innerhalb der Wirtschaft wiederherzustellen.“

„Die Anstrengungen dürfen sich jedoch nicht nur auf das Personal auf Bundesebene beschränken. Auch Strukturen, vor allem auf Landesebene, gehören kritisch hinterfragt. So könnten die Landessparten der Banken und Versicherungen ersatzlos gestrichen werden, ohne dass es Auswirkungen auf die Mitgliedsbetriebe hätte“, so Höllerer weiter und verweist darauf, dass im Bereich der Banken und Versicherungen die relevante Regulatorik auf nationaler und europäischer Ebene gemacht wird. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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