Michael Gregoritsch: „Es wäre dumm, diese Chance nicht zu nützen“

Sport

Beginnen wir mit dem Wesentlichen: Michael Gregoritsch trinkt seinen Espresso in der Früh, zu Mittag – und am Abend eher nicht mehr. Außer, wenn der Jetlag noch nicht überwunden ist. Eine Siebträgermaschine haben Österreichs Fußballer extra mitgenommen nach Kalifornien, weil das mit dem amerikanischen Kaffee so eine Sache ist.

Beim Frühstück würde er zwischen Breakfast Muffin und Eggs Benedict zum Muffin greifen, weil der weniger Kalorien hat, sagt er. Und generell wünscht er sich von Teamkoch Fritz Grampelhuber am liebsten Innereien. Leber, geröstet, innen rosa, mit einer leichten Soße dazu.

Der 32-jährige Stürmer hat Österreich mit seinem Tor zum 1:1-Ausgleich im November gegen Bosnien und Herzegowina erst zu dieser WM geschossen. Trotzdem ist der Steirer ein Spieler, der im Nationalteam nicht immer in der ersten Reihe steht, dafür aber umso mehr zu sagen hat. In der aktuellen Folge seines eigenen Podcasts „Ohne Filter“, wird das wieder einmal offensichtlich. Für gewöhnlich stellt er die Fragen, diesmal ließ er sich interviewen.

Vergleich mit dem US-Dreamteam

Was er Österreichs Team bei dieser WM zutraut? Die Antwort verpackt er in eine bemerkenswerte Geschichte. „Ich vergleiche das immer ein bisschen mit dem Dreamteam der USA bei Olympia 1992“, beginnt Gregoritsch. In einer TV-Dokumentation hätten die Basketballstars erzählt, dass das Beste, was sie jemals gespielt hätten, im internen Trainingsspiel stattgefunden habe. Was das mit Österreichs Fußballern zu tun hat? „Man muss wirklich sagen: Das Niveau hier im Training ist extrem gut.“

Österreichs Fußballer – ein Dreamteam? Ja warum denn eigentlich nicht?

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Herausragend sei der Schmäh, der innerhalb der Mannschaft herrsche. Und wer nicht aufpasst, wenn ihm ein Fehler oder Fauxpas passiert, wird von den Kollegen gnadenlos bestraft, so „Gregerl“. Er selbst sei von den Kollegen kürzlich dabei gefilmt worden, wie er im Raum bei den Physiotherapeuten eingeschlafen sei.

Als heimlichen Entertainer der Mannschaft nennt er Florian Grillitsch. „Der ist so schlagfertig. Mit dem kann ich wirklich stundenlang lachen.“ Aufpassen muss man aber vor allem bei Marko Arnautovic, David Alaba – und „den zwei Jungen“, Paul Wanner und Carney Chukwuemeka. „Die sind da sehr, sehr gefährlich.“

Jetzt wird es ernst

Michael Gregoritsch kann über die lustigen Dinge ebenso sprechen, wie über ernste. Was die größte Illusion über das Leben als Profifußballer sei? „Vermutlich der dümmste Satz, den ich immer höre, ist: ’Die verdienen eh Millionen.’“ Es gebe keinen finanziellen Wert, der mentalen Stress aufwiege. „Wenn diese Leute, die so etwas denken, wissen würden, wie sehr der Mensch mitleidet, der hinter dem Fußballer steckt.“

Man sei im Vollstress im Training, im Vollstress bei den Spielen. „Es gibt so viele Dinge, die ein Fußballerleben schwer machen, weil man mit vollem Herzen da drin ist. Weil man extrem viele Menschen glücklich machen möchte.“ Emotional dabei zu bleiben sei wirklich schwierig. „Natürlich haben wir das extreme Privileg, sehr viel zu verdienen. Aber das kann niemals aufwiegen für mentalen Stress.“

Bei dieser WM will er dabei sein – auf dem Platz, nicht daneben. „Ich will nicht rausgehen aus dieser Weltmeisterschaft und sagen: Ich war dabei, war cool.“ Das wäre zu wenig. Für ihn, für die Mannschaft und für ein Land, das 28 Jahre …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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