Warum „I’m from Bosnia“ zur inoffiziellen WM-Hymne wurde

Sport

In Bosnien und Herzegowina ertönt derzeit der Song „U.S.A.“ der Band Dubioza Kolektiv euphorisch aus nahezu allen Lokalen und Radiostationen. Auch über Landesgrenzen hinaus ist das Lied längst bekannt, durch TikTok und Instagram wurde es im Rahmen der Fußball-WM zum viralen Hit. 

Der Song zählt auf YouTube mittlerweile über 27 Millionen Aufrufe.

Bosnien-Song von Dubioza Kolektiv

Dabei geht es in dem Lied gar nicht um Fußball, sondern um die unerfüllten Träume bosnischer Migranten, die ihre Heimat verlassen mussten. In der ersten Strophe sind die Auswanderer bereit, sich in den USA zu assimilieren, nur um der Kriegsgeschichte ihres Landes zu entfliehen. Während der Aggression gegen Bosnien und Herzegowina von 1992 bis 1995 kam es nämlich zu ethnischen Säuberungen, Vergewaltigungen und Vertreibungen, die viele Menschen zur Flucht zwangen. Im Verlauf des Songs erkennen die Protagonisten jedoch, dass es den „American Dream“ nicht gibt und dass es letztlich „No place like a motherland“ gibt. 

Die Band ist eigentlich für ihre gesellschaftskritischen Songs wie „Volio BiH“ bekannt, in dem es um den EU-Beitritt Bosniens geht, oder „No Escape“, das ebenfalls das Thema Auswanderung behandelt.

Warum wurde das Lied zur inoffiziellen WM-Hymne? 

Ausgelöst wurde die Entwicklung beim Halbfinale in Cardiff, beim Spiel Bosnien und Herzegowina gegen Wales. Im Stadion war auf einem riesigen Transparent die Liedzeile „I am from Bosnia, take me to America“ zu lesen – eine Anspielung der Fans auf eine mögliche WM-Teilnahme und die Reise in die USA.

Beim Heimspiel in Zenica am 31. März 2026 im Playoff-Finale der WM-Qualifikation gegen Italien trat die Band auch live auf und sorgte für ausgelassene Partystimmung bis in die Morgenstunden. 

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„Das ist das Beste, was einem Lied passieren kann – wenn die Leute ihn sich zu eigen machen. Er gehört uns nicht mehr“, sagte Brano Jakubović, Bandmitglied von Dubioza Kolektiv in einem Interview.

Während es die „Zmajevi“ (zu Deutsch: „Drachen“, so werden die bosnischen Nationalspieler genannt, Anm.) tatsächlich in die USA geschafft haben und heute Abend in Los Angeles gegen die Schweiz spielen (Anpfiff 21.00 Uhr), wartet Bosnien und Herzegowina weiterhin auf Fortschritte im EU-Beitrittsprozess.

Zwar einigten sich die EU-Staaten im Jahr 2024 auf Beitrittsverhandlungen mit Bosnien und Herzegowina, doch das Land hat mit innenpolitischen Schwierigkeiten zu kämpfen, die auf die ethnischen Unterschiede in der Bevölkerung sowie den Krieg zurückzuführen sind.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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