
Ich bin jetzt schon eine Zeit lang als TV-Experte im Einsatz und erlebe nun bei der WM, wie anstrengend der Beruf des Journalisten auch sein kann. Als Spieler nimmt man in seiner aktiven Zeit ja überhaupt nicht wahr, welche Strapazen hinter diesem Beruf stecken.
Man ist bei allen Terminen des ÖFB anwesend, hat seine Präsenzzeiten und reist natürlich nicht so angenehm auf direktem Weg wie die Mannschaft.
Underdog gegen haushohen Favoriten
So, das war’s jetzt mit meiner Ode an den Beruf – kommen wir zum Sportlichen und noch einmal zum Spiel gegen Argentinien. Das war auch für mich ein Erlebnis, Stadion und Stimmung waren fantastisch. Die Vorzeichen waren mit Argentinien als haushohem Favoriten und uns als Underdog klar. Wir haben gewusst, dass wir einen sehr sehr guten Tag brauchen würden, um Zählbares zu erreichen. Leider hatten wir nur einen ordentlichen Tag.
Die Argentinier haben sich in der Partie gefühlt keinen Haxen ausgerissen, wie man so schön sagt, haben sehr gut verteidigt und es uns verdammt schwer gemacht.
Zu wenig für einen Punkt
Am Ende hatten wir einen echten Torschuss in 90 Minuten aufzuweisen und einen xg-Wert von rund 0,5. Das ist unterm Strich eben zu wenig für zumindest einen Punkt.
Toll fand ich, wie sich die Mannschaft nach dem vergebenen Elfmeter von Lionel Messi gefunden hat. Da befürchtete ich schon Schlimmes, wenn man so in das Spiel startet.
Aber Österreich hatte dann mehr Kontrolle im Spiel, allerdings in ungefährlichen Zonen, wo Argentinien wusste, dass wir ihnen nicht besonders wehtun können. Einige Spieler hätten sich mehr erwartet. Enttäuschung ist aber nicht angebracht, weil wir gegen den amtierenden Weltmeister verloren haben. Meiner Meinung nach auch zu Recht.
Der Blick nach vorne
Jetzt gilt der Fokus ohnehin ganz dem Algerien-Spiel. Es treffen zwei Teams mit ähnlichem Niveau aufeinander. Was es braucht, um die Gruppe mit einem Sieg abzuschließen und mit einem guten Gefühl in die K.-o.-Runde zu gehen? Im Spiel nach vorne müssen wir ganz einfach mehr zwingende Möglichkeiten kreieren.
Ich kann mir vorstellen, dass dies aber auch leichter wird, weil Algerien anders verteidigt als Argentinien. Noch dazu muss man bei Algerien nicht dauernd die Sorge haben, dass gleich der Hut brennt, wenn dieser eine spezielle Spieler den Ball bekommt. Es ist ein Finalspiel – in dem wir eine Leistungssteigerung benötigen.
*Der 70-fache Teamspieler Marc Janko ist als Fußball-Experte für ServusTV bei der WM im Einsatz. Er kommentiert während der WM für den KURIER vor allem das Geschehen rund um das ÖFB-Team.
Source:: Kurier.at – Sport



