Aus der Kombinierer? Lamparter schwitzt und bangt um seinen Job

Sport

In den letzten Tagen musste Johannes Lamparter wieder einmal die Erfahrung machen, dass die Nordische Kombination die falschen Sportarten beinhaltet: Schwimmen zum Beispiel wäre doch viel angenehmer als Skispringen, wer will sich schon bei Gluthitze in einen Sprunganzug zwängen, der bei den aktuellen Temperaturen wie eine Ganzkörpersauna wirkt?

„Lang hältst du es da drinnen nicht aus. Wenn da ein Wettkampf wäre, vielleicht auch noch mit Unterbrechungen, dann wird’s richtig unangenehm“, klärt der Gesamtweltcupsieger am Rande der hitzigen Trainingseinheit auf dem Bergisel auf.

„Zu kalt oder zu heiß“ 

Die Kombinierer sind freilich hart im Nehmen. „Schräg ist es schon, dass wir das ganze Jahr über den gleichen Anzug haben. Egal ob es 35 Grad plus hat oder 20 Grad minus. Entweder dir ist viel zu kalt oder viel zu heiß.“

Die Nordischen Kombinierer kriegen auch unabhängig vom Wetter schon seit einiger Zeit kalt-warm. Es ist ein Mix aus Hoffen und Bangen, der diesen Sport begleitet.

Die Kombinierer stehen auf der Watch List des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei den Winterspielen 2030 in den französischen Alpen könnte die Traditionssportart aus dem Programm gestrichen werden.

Zu wenig Konkurrenz

Der Vorwurf: Zu wenige Nationen würden die Nordische Kombination auch ernsthaft betreiben.

Tatsächlich macht sich ein Quintett (Norwegen, Österreich, Deutschland, Japan, Finnland) die Podestplätze untereinander aus. Andererseits gibt’s in anderen Sportarten wie etwa dem Kunstbahnrodeln auch nicht wirklich viel mehr konkurrierende Nationen.

Johannes Lamparter ist es inzwischen leid, sich ständig rechtfertigen zu müssen. „Wir Sportler haben alles getan, was wir tun können“, erklärt der dreifache Olympiamedaillengewinner von Mailand-Cortina 2026. „Jetzt ist es nicht mehr in unserer Hand.“ Die Entscheidung treffen nun die IOC-Gremien im Juli.

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Wenige Tage vor dem richtungsweisenden Urteil klingen die Kombinierer deutlich optimistischer als vor einem Jahr. Verantwortlich dafür ist eine Entscheidung, die das IOC bereits gefällt hat: Den Bestrebungen, dass 2030 Olympiamedaillen im Cyclocross, dem in den Beneluxländern beliebten Rad-Querfeldeinfahren, sowie im Crosslaufen vergeben werden, wurde eine Absage erteilt.

„Ich werte das auf jeden Fall einmal als positives Zeichen für unsere Sportart“, sagt Johannes Lamparter im KURIER-Gespräch.

Alles oder nichts

Vom Beschluss des IOC hängt die Zukunft der Nordischen Kombination ab. Verlieren die Kombinierer nämlich ihren Olympiastatus, dann zieht das einen Rattenschwanz nach sich: deutlich gekürzte Sportförderungen, gestrichene Plätze beim Heeressport, geringeres Medieninteresse – über kurz oder lang würde das wohl das Aus für die Kombination bedeuten.

„Ich hoffe sehr, dass mein Job gesichert ist und auch die Frauen dann bei Olympia dabei sind“, sagt Lamparter.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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