Partnervermittlerin: „Frauen sind anspruchsvoller geworden, Männer bescheidener“

Wirtschaft

Seit 30 Jahren vermittelt Gerty Mayerhofer Partner fürs Leben – in Österreich und über die Landesgrenzen hinaus. Die Kundschaft wächst und wird immer jünger – trotz der vielen Gratis-Plattformen im Internet.

KURIER: Die professionelle Partnervermittlung erlebt eine Renaissance – warum?

Mayerhofer: Dass es im Moment so boomt, liegt daran, weil die Leute festgestellt haben, dass es im Internet sehr unverbindlich und schnelllebig ist. Man wischt, wischt, wischt, es ist sehr oberflächlich. Die Leute zeigen immer mehr Unlust sich zu binden, weil sie der Meinung sind, es könnte etwas Schöneres, Besseres, Reicheres nachkommen. So ziehen die Jahre ins Land und nichts passiert, außer Frustration und Enttäuschung.

Ist die Absicht von Klienten einer Partnervermittlung immer eine ernsthaftere, weil sie kostenpflichtig ist?

Das ist total richtig, es steckt viel Ernsthaftigkeit dahinter. Es gibt ja auf Single-Börsen sehr viele verheiratete Menschen, Personen, die einfach nur den Markt testen und sich einmal umschauen wollen. Die Menschen, die zu mir kommen, müssen erst einmal mein Honorar bezahlen.

Wie hoch ist das?

Das ist individuell verschieden. Der Preis beginnt bei 9.000 und endet bei 19.000 Euro.

Wer sind Ihre Kunden? 

Das sind in erster Linie Unternehmer, Führungskräfte, Akademiker. Mittlerweile kommen sehr viele junge Menschen zu mir, die ich vor 30 Jahren noch nicht aufgenommen habe, weil ich der Meinung war, dass sie die Welt noch kennenlernen sollen. Aber jetzt ist es auch für die Jungen sehr schwierig geworden.

Wie groß ist die Altersspanne aktuell? 

Mädchen, gerade aus gutem Hause, kommen schon mit 25, 26 Jahren zu mir.

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Ihre Kundschaft sind beruflich erfolgreiche Menschen, finanziell Bessergestellte. Wie groß sind die Erwartungen an Sie? 

Die Erwartungen sind sehr hoch, sie wollen den Lebenspartner finden. Sie kommen aber auch zu mir, weil es ein Zeitfaktor ist. Selbst in Medien und Plattformen suchen, kostet Zeit, oft schreibt man tage- und wochenlang völlig umsonst. Das vermeiden diese Leute. So wie man zum Arzt oder in die Autowerkstatt geht, geht man auch in der Partnervermittlung heute zum Profi.

Wie geduldig sind Ihre Klienten? 

(lacht) Das kann schon heftig sein. Ich kann aber keine Menschen herstellen, diese Maschine habe ich noch nicht erfunden. Es kommt immer darauf an, was die Leute für Erwartungen haben. Sind sie realistisch, lassen sie sich erfüllen oder dauert es länger? Die Sicherheit, die Klienten von mir bekommen, ist, dass ich sie zeitlich nicht eingrenze. Ich bin für sie so lange tätig, bis ich den Richtigen oder die Richtige gefunden habe.

Wie haben Sie den Kundenstock aufgebaut, den es dafür braucht?

Ich mache das schon seit 30 Jahren und ich habe natürlich ganz klein angefangen. Vom Niveau, vom Status meiner Klientel ging das immer weiter nach oben. Viele bekomme ich durch Empfehlungen, wir inserieren auch viel in den namhaften Medien. Über Social Media erreichen wir auch viele Leute, gerade wenn wir gezielt für jemanden suchen. Da kommen viele Rückmeldungen. 

Stimmt das Klischee: Männer suchen jüngere Frauen, Frauen suchen erfolgreiche Männer?

Das hat sich alles ein bisschen verlagert. Die Ansprüche der Damen sind größer geworden. Die Wenigsten möchten einen Partner, der älter ist, was früher überhaupt kein Problem war. Hier spreche ich aber von der Altersgruppe ab 50 Jahren. …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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