Schäbig: Warum die FIFA eine rote Linie überschritten hat

Sport

Das Achtelfinale ist vorbei, den ersten spielfreien Tag bei dieser WM möchte ich dazu nutzen, eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen. Ich war von Anfang an skeptisch dieser aufgeblasenen WM gegenüber. Und das bin ich nach wie vor. Daran ändert auch nichts, dass die Vielzahl der Mannschaften die Chancen auf Märchen à la Kap Verde erhöht. Das sind die schönen Seiten des Fußballs, aber für mich ist das Turnier mit dem Achtelfinale erst so richtig losgegangen.

Wenn ich auf die ersten Wochen der WM zurückblicke, dann frage ich mich: Wer soll das in Zukunft veranstalten? Ich glaube, darüber haben sich bislang nur wenige Leute Gedanken gemacht. Ein Land wird so eine aufgeblasene WM nicht stemmen können, es wird wohl nur noch Endrunden mit mehreren Veranstaltern geben. Das ist schade, weil dann die Magie verloren geht, die es zum Beispiel 2006 beim Sommermärchen in Deutschland gegeben hat.

Was ich auch ganz klar sagen muss: Die Hydration Breaks sind für die Fische. Kommerzialisierung gut und schön, aber ich hoffe, diese unnötigen Pausen werden nicht 1:1 übernommen. Was ich auch nicht gutheißen kann sind die hohen Ticketpreise. Obwohl die Stadien voll sind, geht man da in eine Richtung, die nicht gut ist.

Positiv sind mir natürlich die Superstars aufgefallen. Ob Haaland, Mbappe, Kane oder wie sie alle heißen – die Weltstars liefern bei dieser WM voll ab. Und zwar alle. Ich kann mich nicht erinnern, dass es das in dieser Form schon einmal gegeben hat. Ein oder zwei haben immer ausgelassen. Heuer nicht, da ist sogar der Torrekord von Just Fontaine in Gefahr, der 1958 unglaubliche 13 Treffer erzielt hat.

  USA gegen Belgien live: So steht es im WM-Achtelfinale

Last but not least muss man aber natürlich auch über die FIFA sprechen. Was der Weltverband aufführt, ist an Armseligkeit nicht zu überbieten. Was vor der WM mit dem somalischen Schiedsrichter, der nicht einreisen durfte, begonnen hat, hat jetzt mit der Geschichte um die Rote Karte ihren Höhepunkt gefunden. Das ist schäbig und furchtbar. Mit dem Anruf von Trump bei Infantino wurde eine rote Linie überschritten – mit einer Dreistigkeit, die seinesgleichen sucht. Ich hoffe, dass Infantino jetzt auch FIFA-intern endlich Gegenwind bekommt.

Der 70-fache Teamspieler Marc Janko ist als Fußball-Experte für ServusTV bei der WM im Einsatz. Er kommentiert während der WM für den KURIER das Geschehen bei der Endrunde.

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.