Roxette auf der Donauinsel: Die Neue macht sich ganz gut

Kultur

„Der nächste Song ist einer meiner Lieblingssongs von Roxette. Ich weiß, Ihr vermisst Marie sehr. Auch ich vermisse sie sehr. Deshalb lasst uns dieses Lied gemeinsam singen – so laut es geht, vielleicht hört sie uns da oben im Himmel.“

So leitet die neue Sängerin Lena Philipsson beim Roxette-Konzert auf der Wiener Donauinsel „It Must Have Been Love“ ein, einen der größten Hits des in den 90er-Jahren weltberühmten schwedischen Duos. 2019 starb Marie Fredriksson, damals die kongeniale Duo-Partnerin von Songwriter Per Gessle, an den Folgen einer Gehirntumor-Erkrankung. Mit Philipsson, die Gessle vor ein paar Jahren bei den Aufnahmen zu seinem Solo-Album kennenlernte, lässt er die Band jetzt wieder aufleben.

Und ja, die Neue macht sich ganz gut in der Rolle von Fredriksson. Mit einer etwas dunkleren Stimmfarbe und einem rockigeren Timbre als ihre Vorgängerin legt sie vor 6.500 Zusehern mit kraftvollen Hits wie „The Big L“ und „Sleeping In My Car“ richtig gut los. Nur bei etwas langsameren Songs wie „Fading Like A Flower“ oder dem von der Band akustisch dargebotenen „Church Of Your Heart“ wirkt sie bei manchen Tönen unsicher und nicht ganz auf dem Punkt. 

Der größte Unterschied ist aber in der Bühnenpräsenz. Im Vergleich zu Marie, die mit ihrem Charisma allzeit alle Aufmerksamkeit auf sich ziehen konnte, die Bühne eingenommen, ausgefüllt und regiert hat, ist Philipsson eher farblos, einfach Teil der Band. 

Letzteres scheint auch ein wenig Konzept zu sein: Immer wieder treten auch andere Band-Mitglieder (die meisten waren von Anfang an dabei) ins Rampenlicht. Gitarrist Christoffer Lundquist, laut Gessle „der letzte Hippie von Schweden“, hat mehrere Soli und spielt gegen Schluss den Donauwalzer an. Und die Backing-Sängerin singt den zweiten Teil von „Stars“ mit Philipsson im Duett.

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Eindrücklich ist – neben dem Drive, den die Schweden auf die Donauinsel-Bühne bringen – das Repertoire von Roxette: Bis auf einige Songs im Mittelteil reiht sich hier eineinhalb Stunden lang ein Hit an den anderen: „Crash! Boom! Bang!“, „Dressed For Sucess“, „Dangerous“, „Joyride“. Alles Melodien, die eine Generation geprägt haben und die auf der Donauinsel auch von jenen, gar nicht wenigen, inbrünstig mitgesungen werden, die noch nicht geboren waren, als Roxette die Charts dominierten.

Und genau darum geht es hier: Diese Melodien zu feiern, sich von der Spielfreude der Band, vom Dauergrinsen, das Gessle im Gesicht hat, weil er seine Songs wieder live spielen kann, mitreißen zu lassen, dabei alle Sorgen zu vergessen und uneingeschränkt Spaß zu haben.

Vielleicht hält sich Gessle deshalb mit Erinnerungen an Marie in der Show total zurück, will mit dieser Tour an die unbeschwerte Zeit von damals anschließen und sich auf die Stärke von Roxette und nicht auf das Drama konzentrieren. Vielleicht aber würde es ihm auch zu sehr wehtun, auf der Bühne ein paar Worte zu Marie zu sagen. Die beiden waren nie ein Paar, aber beste Freunde. Immer noch, erzählte er im KURIER-Interview, sei der Verlust für ihn extrem schmerzlich. Aber: „Es gab für mich nach Maries Ableben nur die Option aufzuhören oder weiterzumachen. Ich habe mich eben für das Weitermachen entschieden.“

Das ist gut so. Denn einen nostalgischen Abend, der von Anfang bis Ende Spaß macht, …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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