Varta vor dem Aus: Gläubiger wollen Konzern zerschlagen

Wirtschaft

Es sollte der Neuanfang sein. Doch nur ein Jahr nach der mühsam ausgehandelten Sanierung steht der Batteriekonzern Varta erneut am Abgrund. Diesmal aber könnte es das endgültige Aus für den Konzern in seiner jetzigen Form bedeuten.

Die wichtigsten Geldgeber des schwäbischen Unternehmens mit Sitz in Ellwangen haben die Geduld verloren. In einer Mitteilung fordern sie die Zerschlagung: Das Geschäft mit Haushaltsbatterien soll aus dem Konzern herausgelöst werden. Die Deutsche Bank und die Finanzinvestoren RBC BlueBay, Blantyre und Whitebox – zusammengeschlossen in einer sogenannten Ad-hoc-Gläubigergruppe – sprechen sich für eine neue Eigentümerstruktur aus. 

Der Grund für den radikalen Kurswechsel ist brisant: Dem Unternehmen aus Ellwangen geht das Geld aus. Eine unabhängige Analyse der Unternehmensberatung FTI bringt das ganze Ausmaß der Krise ans Licht. Demnach fehlt Varta ein „mittlerer zweistelliger Millionen-Euro-Betrag“ allein für das laufende Geschäft – Geld, das nötig ist, um Lieferanten zu bezahlen, Gehälter zu überweisen, Maschinen am Laufen zu halten. Und das ist nur der operative Liquiditätsbedarf. Hinzu kommt laut Gutachten ein „erheblicher weiterer Kapitalbedarf“, um den Geschäftsbetrieb dauerhaft fortzuführen.

Stellungnahme von Michael Tojner

„Wir bedauern diesen Schritt der finanzierenden Banken, der in dieser Form leider voraussehbar war. Mit dem Wegfall des großen US-Kunden Apple war klar, dass die Varta in ihrer bestehenden Form nicht weitergeführt werden kann und einen weiteren Sanierungsschritt braucht. Hohe Energiepreise, hohe Lohnkosten und andere Standortnachteile machen die Entwicklung des Batteriegeschäftes in Europa im Vergleich zu Asien zu einer großen Herausforderung“, erklärt der österreichische Investor und Varta-Aktionär Michael Tojner auf Anfrage des KURIER. 

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Und weiters sagt er: „In den vergangenen Wochen haben wir intensive Gespräche mit den Banken über eine tragfähige Zukunftsperspektive geführt. Sie haben sich jetzt aber dazu entschieden, den Consumer-Bereich auszugliedern und zu verwerten. Die Montana-Gruppe wird sich darum bemühen, die Microbattery-Sparte und das Solutionsgeschäft aus dem Sanierungsverfahren herauszulösen, um das Know-how in der Batterieproduktion in Europa zu behalten und weiterzuführen. Dies würde auch die Varta Innovation Graz und die Tochtergesellschaft in Rumänien umfassen.“

Das werde jedoch mit einem weiteren Sanierungsverfahren und harten Einschnitten verbunden sein. „Wir haben dazu ein detailliertes Konzept erarbeitet und werden versuchen, mit den verbleibenden Unternehmensteilen die Varta Gruppe in Nischenbereichen zu positionieren“, so Tojner.

Varta gehört zu 32 Prozent der MT-Invest um Tojner, zu 32 Prozent einer Beteiligungsgesellschaft der Porsche AG und 36 Prozent der Anteile halten andere Investoren.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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