
Durch den Iran-Krieg deutlich gestiegene Öl- und Gaspreise haben dem Ergebnis der teilstaatlichen OMV im zweiten Quartal des laufenden Geschäftsjahres einen kräftigen Schub verliehen. Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis kletterte um 65 Prozent auf 1,71 Milliarden Euro. Der bereinigte Konzernüberschuss hat sich auf 929 Millionen Euro weit mehr als verdoppelt.
Zuwächse verzeichnete die OMV in allen Geschäftsbereichen. In der größten Sparte, der Öl- und Gasförderung, stieg das operative Ergebnis um 50 Prozent auf 885 Millionen Euro. Gestiegene Preise hätten die geringeren Verkaufsmengen infolge des Nahost-Konflikts mehr als ausgeglichen, sagte Konzernchef Alfred Stern bei der Präsentation des Ergebnisses am Freitag.
Wie viel die seit April in Österreich geltende Spritpreisbremse den Konzern gekostet hat, wollte Stern nicht verraten. Durch „niedrigere Margen aufgrund regulatorischer Maßnahmen in mehreren Ländern“ habe sich der Beitrag des Geschäftsbereiches verringert, hieß es eher allgemein. Der Kraftstoffbereich, der neben dem Raffineriegeschäft auch das Tankstellennetz umfasst, konnte sein operatives Ergebnis dennoch um 85 Prozent auf 446 Millionen Euro steigern.
Am stärksten legte die OMV im Chemiebereich zu. Der Ergebnisbeitrag konnte mit 115 Prozent auf 429 Millionen Euro mehr als verdoppelt werden. Das Gros davon stammt mit 349 Millionen Euro vom neuen Joint Venture Borouge International. Auch hohe Preise der synthetischen Kunstfaser Olefin trugen zur Ergebnissteigerung bei.
Herausforderungen
Das Quartal sei von geopolitischen und regulatorischen Herausforderungen geprägt gewesen, sagte Stern. Er warnte vor Problemen in den weltweiten Lieferketten. Für Österreich sei die Versorgung gesichert, sagte der OMV-Chef.
Für 2026 rechnet die OMV mit einem Brent-Ölpreis zwischen 85 und 95 Dollar je Barrel. Die Gesamtproduktion wird zwischen 280.000 und 290.000 Barrel Öläquivalent pro Tag erwartet, abhängig von der Entwicklung an der wichtigen Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormus.
An der Börse fiel die Reaktion auf die Quartalszahlen verhalten aus. Nach einem geringen Plus im Tagesverlauf notierte die Aktie an der Wiener Börse am späten Freitagnachmittag mit einem Minus von 0,30 Prozent bei 63,15 Euro.
Nachfolgerin übernimmt
Mit der Vorlage der Quartalszahlen verabschiedet sich Stern. Ende des Monats übernimmt seine Nachfolgerin, die frühere BP-Managerin Emma Delaney. Er übergebe ihr ein gut bestelltes Haus, sagte Stern.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



