Massiver Migranten-Ansturm: 60.000 in 24 Stunden, Spanien spricht von „Angriff“

Politik

Binnen 24 Stunden sind laut neuesten, offiziellen Angaben rund 60.000 Migranten in die spanische Exklave Ceuta in Nordafrika gelangt. Sie seien von Marokko aus auf dem See- und Landweg in das Gebiet gekommen, teilten die Behörden am Freitag mit. Das an der Küste gelegene Ceuta ist immer wieder Ziel von Migranten, die von Marokko aus die EU erreichen wollen. Nach dem jüngsten Massenandrang hat Spaniens Regierung zur Unterstützung der örtlichen Polizei Militär entsandt.

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez hat den Andrang Zehntausender Migranten als „Angriff“ und „Verletzung der territorialen Integrität Spaniens“ bezeichnet. Bei einem Besuch im Gebiet an der Meerenge von Gibraltar sagte er zudem den knapp 85.000 Einwohnern Ceutas die Unterstützung des ganzen Landes zu: „Ganz Spanien steht an eurer Seite. Wir übernehmen die Verantwortung für diese Situation.“

Nach Angaben der Regierung, über die der staatliche Rundfunksender Radio Nacional berichtete, gelangten in den vergangenen Tagen fast 50.000 Migranten von Marokko aus irregulär in die Exklave. Die meisten von ihnen trafen laut Medien zwischen Mittwoch und Donnerstag überwiegend schwimmend ein. Viele seien aber auch über die Grenzzäune geklettert. Unter den Ankömmlingen sind viele Frauen, Minderjährige und Kinder. Mindestens 28 Menschen kamen nach jüngsten amtlichen Angaben im Meer ums Leben.

Der beispiellose Andrang hatte am Donnerstag eine schwere Krise ausgelöst. Die spanische Regierung setzt in Ceuta erstmals seit dem Massenzustrom von Mai 2021 wieder das Militär zur Unterstützung der Grenzsicherung ein. Beim Besuch der Exklave kündigte Sánchez am Freitag weitere Maßnahmen zur Sicherung der Grenze an.

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Sánchez kündigt konkrete Maßnahmen an

So sollen am Grenzdamm zwischen der Küste Marokkos und dem Strand von Tarajal in Ceuta Schwimmbojen installiert werden, um eine „physische Sperre“ zu schaffen. Zudem sollen Verfahren beschleunigt werden, um die Rückführung irregulär eingereister Migranten zu erleichtern. „Die Ausreise vieler Migranten findet bereits statt“, sagte der Regierungschef, und hob zugleich die Zusammenarbeit mit Marokko hervor.

Der plötzliche Ansturm auf Ceuta ist Sánchez zufolge auf Gerüchte zurückzuführen, die von der Schleppermafia infolge eines aktuellen Gerichtsurteils in Spanien zur Einwanderung verbreitet worden seien. „Aus unseren Gesprächen mit den marokkanischen Behörden geht hervor, dass die Schleppermafia ein für sie vorteilhaftes Verständnis eines Urteils des Obersten Gerichtshofs verbreitet hat“, sagte er. Diese Auslegung habe sich „in den letzten Stunden wie ein Lauffeuer verbreitet“.

Sánchez bezog sich auf ein Urteil des spanischen Obersten Gerichtshofs von Anfang dieses Monats, wonach die sofortige Rückführung von Migranten, die die Grenze illegal überqueren, nicht für diejenigen gilt, die auf dem Seeweg ankommen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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