Trio Kobrakasino: Die Schlange, sie klappert – und betört musikalisch

Kultur

Der Plan, dem Bandnamen Kobrakasino mit dem zweiten Album ein plakatives Denkmal zu setzen, ging nicht ganz auf.

Das österreichische Indie-Trio wollte das Video zum Song „die schlange“ mit einem lebenden Reptil drehen. Doch das Tier wurde krank: „Die dafür vorgesehene Schlange hatte einen Tumor, war deshalb sehr reizbar, und man riet uns davon ab“, erzählt Gitarrist Sebastian Hiti.

Sein Bruder, Band-Drummer Benno, und Sänger Christian Schöttel nehmen es mit Humor. Es wird andere Möglichkeiten geben, mit Namensgebern der Band auf Tuchfühlung zu gehen, die Trio-Karriere ist noch jung.

Die Hiti-Brüder allerdings begannen schon früh in ihrer Geburtsstadt Graz mit dem Musikmachen: „Wir wohnten in einer Wohnung über unseren Großeltern“, erinnert sich Benno Hiti im Interview mit dem KURIER. „Weil die zwischen 14 und 15 Uhr ihren Mittagsschlaf gehalten haben, durften wir in dieser Stunde nicht spielen. Sonst aber gab es nie Einschränkungen.“

Vater der beiden ist nämlich der Rockmusiker und The-Base-Sänger Norbert Wally. Er unterstützte seine Söhne, als sie als Volksschüler begannen, auf seinem Laptop Radiosendungen zu produzieren und Musik zu machen, schenkte ihnen später ihre ersten Instrumente.

Ohne Referenzen

Das macht sich jetzt bezahlt. Denn mit „Alarm für Kobrakasino“ hat das Trio seinen Stil gefunden. „Beim Debüt-Album haben wir darauf hin gearbeitet, dass die Lieder klingen wie Sachen, die wir damals gerne gehört haben“, erzählt Schöttel. „Jetzt haben wir einfach ohne Referenzen gemacht, was uns in den Sinn gekommen ist.“

Das Resultat ist eine Mischung aus Indie-Rock, Dream-Pop, tanzbaren NDW-Electro-Sounds und akustischen Singer/Songwriter-Passagen. Hauptthema der Songs sind Beziehungen – auch die nicht romantischen. Ein Beispiel ist „das herz von meinem chef“, das von einem Chef mit Herzschrittmacher inspiriert wurde.

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Ein anderes ist „schwarz & weiß“, das von einem Grantler in der U-Bahn ausging. „Da hat mir tatsächlich einmal ein Mann direkt vor die Füße gespuckt“, sagt Schöttel, der die meisten Texte schreibt. „Ich war in der Situation total überrascht, wovon die erste Zeile kommt. Die hat mich darauf gebracht, in dem Text darüber nachzudenken, wie die Beziehungen von engsten und besten Freunden zerbrechen können, weil man sich auseinanderentwickelt.“

Das wird den Hitis und Schöttel nicht passieren. Sie kennen sich seit der Schulzeit, veröffentlichten 2019 die erste EP „Bruder Alaska“. Die haben sie mittlerweile gelöscht. „Wir stehen noch zu dem kreativen Ansatz von damals“, erklärt Benno Hiti, der auch bei Theaterproduktionen arbeitet. „Aber es gibt dabei zu viel, was wir jetzt anders machen. Wir wollten nicht, dass die neuen Songs die ganze Zeit mit ,Bruder Alaska“ in Zusammenhang gesehen werden.“

Mit Reptilien

Schöttel zog 2018 nach Wien, um den Zivildienst abzuleisten, Benno und Sebastian kamen Ende 2019 nach, die Band lebte in einer WG in Meidling, wo das erste Album entstand. Der Name Kobrakasino fiel den Dreien in einem Kaffeehaus ein – ohne besonderen Grund. Zumindest der Song „die schlange“ gibt dem Namen jetzt Inhalt – auch wenn es in dem Text um Versuchung und nicht um das Tier geht: „Ein bisschen wie Adam und Eva, nur in einem Party-Kontext“, sagt Schöttel.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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