Porta-Übernahme: XXXLutz im Visier der EU-Kommission

Wirtschaft

Die EU-Kommission ermittelt im Zuge einer sogenannten Vorfeldprüfung gegen den Möbelhändler XXXLutz (27.600 Mitarbeiter, 400 Standorte, 6,4 Milliarden Euro Umsatz). Es geht um den Verdacht einer verbotenen vorzeitigen Zusammenarbeit bei der Übernahme der deutschen Porta-Gruppe, also vor der offiziellen Freigabe durch die EU-Behörde. Im Fall einer Verurteilung droht eine Geldbuße von bis zu zehn Prozent des weltweiten Konzernumsatzes.

Der Welser Konzern hatte im Jänner 2025 angekündigt, den sechstgrößten deutschen Möbelhändler Porta, der insgesamt 140 Filialen der Marken Porta, Möbel Boss und Asko betreibt, zu übernehmen. Die EU-Kommission fordert derzeit von XXXLutz diverse Unternehmenskennzahlen ein und befragt Dutzende Möbelhersteller per Onlinefragebogen. Zentrale Fragen: Haben XXXLutz und Porta seit Jänner 2025 gemeinsam Preise mit Herstellern verhandelt? Wurden Lieferbedingungen vorzeitig angeglichen? Zuerst hat die Wirtschaftswoche darüber berichtet. Kolportiert wird auch, dass IT-Mitarbeiter von XXXLutz kurz nach der Ankündigung der Übernahme bei Porta erschienen sein sollen, um die Warenwirtschaftssysteme abzustimmen.

Vertrauliche Verträge

Porta-Einkäufer sollen außerdem an Preisverhandlungen des XXXLutz-Einkaufsverbands Giga International teilgenommen haben, obwohl Porta dort erst nach der Genehmigung der Übernahme Mitglied werden darf. Fakt ist: Porta musste Ende 2025 seinen bisherigen Einkaufsverband Begros verlassen. Zudem soll XXXLutz von Porta die Herausgabe jener vertraulichen Lieferverträge mit Herstellern verlangt haben, deren Konditionen die Porta-Geschäftsführung separat ausgehandelt habe. Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe zurück.

„Gegenseitiges Kennenlernen“

„Diese Gespräche standen in keinem Zusammenhang mit den von Ihnen angesprochenen Sachverhalten“, teilt die BDSK Handels GmbH & Co. KG (XXXLutz Group Deutschland) dem KURIER auf Anfrage mit. „Im Januar 2025 fanden ausschließlich Termine statt, die dem gegenseitigen Kennenlernen dienten. In diesem Rahmen stellten sich die Inhaber sowie die Geschäftsleitung Deutschland am 7. Januar 2025 vor und lernten die oberste Führungsebene von Porta kennen. Vergleichbare Kennenlerntermine fanden am 27. und 28. Januar 2025 mit Hausleitungen und den Betriebsratsvorsitzenden statt.“ Diese Termine seien „ein völlig normaler Vorgang im Rahmen eines solchen Prozesses“.

  Wie zwei Linzer Europas KI unabhängiger machen wollen

„Uns war und ist es wichtig, uns als Käufer persönlich vorzustellen und den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie ihren Vertretungen von Beginn an offen und wertschätzend zu begegnen“, heißt es weiters.

Erhebung abgeschlossen

Für XXXLutz sei „entscheidend, dass im gesamten Prozess sämtliche Vorgaben eingehalten wurden und darauf auch weiterhin geachtet wird“. „Im Rahmen des Prüfverfahrens müssen sehr umfangreiche, detaillierte Marktdaten von mehreren Hundert Standorten zusammengetragen und der Europäischen Kommission mit der Anmeldung vorgelegt werden“, so XXXLutz. „Die Erhebung dieser Daten ist inzwischen nahezu abgeschlossen. Die formelle Anmeldung des Zusammenschlusses soll bis Ende August erfolgen.“

…read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.