Thermische Sanierung: Sollen Mieter bei den Kosten mitzahlen?

Wirtschaft

Die Interessengemeinschaft „Arge Eigenheim“ – der nicht auf Gewinn ausgerichtete Verein „Arbeitsgemeinschaft Eigenheim“ – sieht erheblichen Aufholbedarf bei der thermischen Sanierung von Gebäuden. Seit einem Tiefststand im Jahr 2022 sei zwar wieder Dynamik in die Bestandssanierung gekommen, aber diese reiche nicht. „Im Mietwohnungsbestand der gemeinnützigen Bauvereinigung müsste die thermische Sanierungsrate um den Faktor 1,5 und bei den Heizungsumstellungen um den Faktor 2,5 steigen, um die Klimaziele 2040 zu erreichen, so Arge-Obfrau Isabella Sticker. 

Als Beispiel nannte Sticker bei einem Medientermin die zähe Entwicklung beim Wohnrecht. “Nach 20 Runden Wohnrechtsverhandlungen kann es nicht die Antwort sei, am Ende nur das Klimaeinzelgerät zu regeln. Es geht um den gesamten Gebäudebestand, um ihn auch für die nächste Wohngeneration leistbar, lebenswert und klimafit zu machen, betonte Sticker.

Mieter an Kosten beteiligen?

Dass thermische Sanierung auch Kosten verursacht, die auch von den Mietern mit zu tragen sind, räumte sie ein. Im Sinne der Fairness sei es gerechtfertigt, Mieter an den Kosten zu beteiligen. „Es wird jedes Jahr teurer und aufwendiger“, meinte sie und verwies auf die zusätzliche Belastung durch den Fachkräftemangel am Bau. Zur Erklärung: Gemeinnützige Bauvereinigungen (GBVs) sind Privatfirmen, die nicht gewinnmaximierend, sondern gemeinwohlorientiert handeln. Organisiert sind sie in Genossenschaften, GmbHs oder Aktiengesellschaften. 

Johannes Wahlmüller von Global 2000 forderte am Donnerstag die Regierung ebenfalls auf, „endlich tätig zu werden“ und beim Klimawandel „nicht zur Tagesordnung überzugehen“. Er kritisierte, dass die Förderungen für Klimamaßnahmen zuletzt reduziert wurden. Hingegen brauche es stabile Förderbedingungen, „und kein Stop and Go“.

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Richtwerte und Lagezuschläge heikel

Der Immobilienexperte Wolfgang Amann verwies darauf, dass die letzte große Wohnrechtsreform im Jahr 1994 stattfand. Dass wohnen schwer leistbar geworden ist, will Amann so nicht stehen lassen. Die Wohnkostenbelastung der Haushalte in Österreich liege unter dem EU-Schnitt und sei niedriger als in Deutschland und der Schweiz, rechnete er vor. Als „heißes Thema“ der heimischen Wohnbaupolitik sieht Amann ein Bonus-Malus-System für die Dekarbonisierung, das Richtwertgesetz und die Lagezuschläge. Letztere seien sehr intransparent, was „keine Seite befriedigt“.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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