Muslimbruderschaft: DSN nennt Details zu Derad

Politik

Viel wurde in den vergangenen Tagen über die Muslimbruderschaft berichtet, als dem Deradikalisierungsverein Derad, der 250 Personen betreut, dieser Betreuungsauftrag entzogen wurde. Auslöser war eine – erstmalige – Sicherheitsüberprüfung durch die DSN (Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst) im Juni 2026 im Auftrag des Justizministeriums. „Die vorliegenden Hinweise basieren auf unterschiedlichen Faktoren. Es sind Aussagen von Mitgliedern des Vereins, eigene Ermittlungserkenntnisse sowie Vorfälle bei der Tätigkeit des Vereins“, geht DSN-Direktorin Sylvia Mayer erstmals näher auf die Vorwürfe ein.

Bedeutet: Derad soll von der Muslimbruderschaft unterwandert worden sein, mehrere der 12 Mitarbeiter sollen eine Nähe zu Muslimbrüdern haben. Es sind Erkenntnisse, die „gesichert“, vorliegen, ist aus Sicherheitskreisen zu hören. Schon vor der offiziellen Überprüfung seien einzelne Personen in den Fokus der DSN gerückt. Strafrechtliche Vorwürfe gab und gibt es allerdings keine.

Sicht- und greifbar ist die Muslimbruderschaft nur schwer. Was durchaus so gewollt ist. Denn an erster Stelle steht es, unerkannt Strukturen aufzubauen und staatliche Strukturen zu unterwandern um langfristig einen islamistischen Staat zu schaffen.

1928 in Ägypten gegründet, ist die islamistische Bewegung in mehr als 70 Staaten aktiv, in einigen wurden sie als terroristische Organisation eingestuft. Nicht so in Österreich, wo sie seit den 1980er-Jahren aktiv ist. Wie viele Anhänger die Muslimbrüder in Österreich haben, ist nicht ganz klar. Schätzungen sprechen von Hunderten.

Auf legalen Wegen

Die DSN nennt das Vorgehen der Muslimbrüder „legalistischen Islamismus“, was so viel bedeutet wie: Gewalt, etwa Terroranschläge, wird abgelehnt. Genutzt werden legale Wege. „Akteure gründen Vereine und Organisationen oder übernehmen Schritt für Schritt, um dadurch an zentralen Stellen Einfluss auf die Gesellschaft und Politik zu nehmen“, sagt Mayer.

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Von besonderem Interesse ist die Steuerung von Kindern und Jugendlichen. Entsprechend interessant ist für die Bewegung das Bildungswesen, also Kindergärten oder Schulen um die nächste Generation von liberalen Werten fern zu halten. Aber auch Moscheenverbände oder NGOs werden zur Einflussnahme genutzt. Und auch politische Parteien werden unterwandert.

Es brauche ein neues Vereinsrecht, ist aus Sicherheitskreisen zu hören. Dann könnten verdächtige Vereine leichter aufgelöst werden. Deutschland wird hier als Vorbild genannt. Auch schärfere Regeln für Versammlungen werden befürwortet. Und es brauche bessere Risiko-Analysen im Finanzwesen, um verdächtige Geldströme schneller ausfindig zu machen. Aktuell ist in Österreich einzig das Symbol der Muslimbruderschaft verboten – es zeigt den Koran, darunter zwei gekreuzte Schwerter und der Schriftzug: „Seid bereit“.

Die Aktivitäten der Muslimbruderschaft seien tendenziell leicht steigend, wird beobachtet. Es gebe ein großes Interesse an der „Desintegration“, also daran, Muslime von der österreichischen Gesellschaft abzuspalten, warnen Sicherheitsexperten. Auch das mit Schulbeginn in Kraft tretende Kopftuchverbot würden die Muslimbrüder für ihre Zwecke nutzen, sind sich Experten sicher.

Derad selbst wies die Vorwürfe immer zurück und wies darauf hin, dass nun 250 Klientinnen und Klienten, davon 90 auf freiem Fuß, ohne Betreuung dastehen. In den „kritischsten“ Fällen werden bereits neue Betreuer eingesetzt, ist nun zu hören.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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