
Während giftiger Smog aus Indonesien das Formel-1-Wochenende in Singapur überschattet, rückt eine Rückkehr der Königsklasse nach Afrika näher. Nach mehr als 30 Jahren könnte mit Ruanda voraussichtlich ab 2030 wieder ein afrikanisches Land einen Formel-1-Grand-Prix ausrichten.
Sportlich setzte George Russell im ersten freien Training ein Zeichen. Der Mercedes-Pilot fuhr in 1:32,274 Minuten Bestzeit und verwies Charles Leclerc um 0,198 Sekunden auf Rang zwei. Lando Norris belegte mit 0,273 Sekunden Rückstand den dritten Platz, Lewis Hamilton (0,499 Sek) wurde Vierter. Max Verstappen beendete die erste Einheit mit 0,732 Sekunden Rückstand auf Russell auf Rang sechs. WM-Leader Kimi Antonelli landete auf Platz sieben.
Giftiger Smog und tropische Hitze
Der Himmel über Singapur ist getrübt, die Luft belastet. Die Wald- und Torfbrände in Indonesien haben giftigen Smog bis in den Stadtstaat getragen. Kurz vor dem Formel-1-Nachtrennen (Sonntag, 14 Uhr MESZ) erreichte die Luftverschmutzung den gesundheitlich bedenklichen Bereich. So schlecht war die Luftqualität im laufenden Jahr noch nie.
Dennoch sieht der Motorsport-Weltverband FIA die Austragung des Rennens vorerst nicht gefährdet. Sollte sich die Situation verschärfen, könnten allerdings Einschränkungen beim Rahmenprogramm notwendig werden. „Wir werden (…) alle Wetterbedingungen, einschließlich Smog, genau beobachten“, versicherte Adam Firth, Geschäftsführer des Veranstalters.
Die Luftqualität ist allerdings nur eine der Herausforderungen. Auf dem Marina Bay Street Circuit wartet auf die Fahrer eines der körperlich anspruchsvollsten Rennen des Jahres. Trotz des Starts unter Flutlicht herrschen Temperaturen um 30 Grad, die Luftfeuchtigkeit kann bis zu 90 Prozent betragen. Im Cockpit können es mehr als 60 Grad werden. 19 Kurven, 62 Runden und die unmittelbar angrenzenden Streckenbegrenzungen erfordern höchste Konzentration und lassen kaum Spielraum für Fehler.
Der Grand Prix sei „wie zwei Stunden lang in einer Sauna zu boxen, während man auf einer Achterbahn sitzt“, so Red Bull. Bis zu vier Kilogramm Körpergewicht verlieren die Piloten bei einem typischen Singapur-Rennen, hauptsächlich durch Flüssigkeitsverlust.
Hitzewarnung ermöglicht Einsatz von umstrittenem Kühlsystem
Die FIA reagiert mit einer Hitzewarnung, die bei prognostizierten Temperaturen von mindestens 31 Grad greift. Sie ermöglicht den Einsatz spezieller Kühlsysteme: In einer feuerfesten Weste zirkuliert gekühlte Flüssigkeit, die den Körper entlasten soll. Verpflichtend ist das System jedoch nicht. Fahrer, die auf die Kühlweste verzichten, müssen dafür fünf Kilogramm Zusatzgewicht in ihrem Auto mitführen, um keinen Wettbewerbsvorteil zu erlangen.
Mercedes-Pilot Kimi Antonelli verzichtet nach einer gefährlichen Fehlfunktion in Austin auf das System. Damals strömte 50 Grad heißes Wasser durch die Schläuche. „Ich erlitt einen Hitzschlag nach der Einheit“, berichtete er. Auch Max Verstappen hält wenig von der Kühlweste. Die Schläuche engen ihn im Cockpit zu sehr ein. Er gehe lieber als Vorbereitung in die Sauna oder ins Dampfbad. Ferrari-Fahrer Charles Leclerc hingegen schätzt die zusätzliche Kühlung: „Ich bekomme wenigstens 15 bis 20 Runden Abkühlung.“
Für Verstappen ist das Wochenende außerdem ein Jubiläum: Der viermalige Weltmeister bestreitet seinen 250. Grand Prix. Nach seinem ersten Saisonsieg in Malaysia reist er mit Selbstvertrauen an, doch ein Sieg in Singapur fehlt ihm noch. Das Sprint-Qualifying steht am Freitag um 14.30 Uhr am Programm. Am Samstag folgt um 11 Uhr der Sprint, ehe um 15 Uhr das Qualifying für den Grand Prix beginnt. Das Rennen startet am Sonntag um …read more
Source:: Kurier.at – Sport



